Setareh Mozaffarian

Diamonds are this girls' best friend! Gold und Diamanten gehören bei ihr zum Alltag: Setareh Mozaffarian zählt zu Hamburgs aufstrebenden Schmuck-Expertinnen. Sie ist studierte Gemmologin und Mitglied der Geschäftsleitung von Juwelier CABOCHON, einem Familienunternehmen, das seine Ursprünge als Hofjuwelier im Teheran des 19. Jahrhunderts hat, und seit 25 Jahren auch bei uns in Hamburg zuhause ist. Wie es sich anfühlt, mit den eigenen Eltern zusammen zu arbeiten, und welche Schmucktrends uns diesen Sommer erwarten, verrät uns die 26-Jährige im Interview …

 

Welche Ausbildung hast du absolviert?

Zunächst habe ich Gemmologie in London studiert. Für den wirtschaftlichen Aspekt meines Berufs habe ich dann eine Ausbildung im Einzelhandel in Münster absolviert. Somit bin ich Gemmologin für Perlen, Farbsteine und Diamanten sowie Einzelhandelskauffrau

 

London ist ja eine spannende Station. Wie hat die Stadt dich inspiriert?

London hat ein anderes Tempo als die Hansestadt, natürlich auch eine ganz andere Größe. Die Menschen, die dort leben und aus allen Teilen der Welt kommen, bringen ihre Kultur und Energie in die Stadt, das ist wahnsinnig inspirierend: In London sieht man viele Trends in Mode, Kunst, Architektur aber auch Lebensart zuerst. Die Riesenmetropole hat natürlich auch ihre Kehrseiten. Das Gedränge in der Tube vermisse ich nicht. Ich merke aber auch immer wieder, dass diese Erfahrungen mich im Alltag gelassener gemacht haben.

 

Welche beruflichen Erfahrungen hast du gesammelt?

Nach meinem Studium in London und der Ausbildung in Münster habe ich in einem sehr etablierten, reinen Uhrengeschäft gearbeitet. Diese Erfahrung kommt mir sehr zugute, da wir fast alle namhaften Uhrenmarken führen. Nach eineinhalb Jahren bin ich dann nach Hamburg gezogen.

War es von Anfang an klar, dass du ins Geschäft deiner Eltern einsteigen wirst?

Als junges Mädchen hatte ich noch andere Ideen zu meiner beruflichen Zukunft: Mit 14 etwa wollte ich Rechtsanwältin werden. Dann war ich am Girls‘ Day im Geschäft meines Vaters und habe mich zum ersten Mal näher mit seinem Unternehmen und dem Umgang mit kostbarem Schmuck, teuren Uhren und ganz besonders den Kunden beschäftigt. Meine ältere Schwester hatte andere berufliche Pläne, so dass der Weg für mich frei war – diese Chance wollte ich unbedingt nutzen!

 

Welche Bereiche im Unternehmen betreust du jetzt?

Das Thema Uhren fasziniert mich immer noch sehr und so betreue ich mehrere Uhrenmarken. Zusammen mit meinem Vater fahre ich auf die wichtigen Uhrenmessen und profitiere von seiner langjährigen Erfahrung. Über den Schmuckeinkauf entscheidet die Familie gemeinsam und das ist in meinen Augen sehr wertvoll: So wird der männliche Blickwinkel meines Vaters durch meine Mutter und mich ergänzt. Zudem bin ich für den Wareneingang verantwortlich und kümmere mich um das Thema Marketing.

 

Ist es leichter mit seinen Eltern zusammen zu arbeiten, als in einem fremden Unternehmen zu sein?

Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Es ist schön, dass man privater miteinander umgeht und ich mich sehr stark einbringen kann. Auf der anderen Seite vermischen sich Familien- und Geschäftsleben, es kann auch mal emotional hergehen. Als ich noch klein war, sagten meine Eltern immer zu mir: Unser Geschäft ist wie ein drittes Kind. Deshalb müssen wir in der Familie manchmal lernen, abzuschalten. Das klappt nicht immer. Für mich überwiegen aber die Vorteile bei der Zusammenarbeit, weil wir uns gegenseitig sehr viel geben. 

 

Warst du schon immer fasziniert vom Thema Schmuck?

Schon als kleines Mädchen hatte ich mit dieser Welt Berührung: Bereits mein Großvater war Juwelier, ebenso wie sein Vater. Während andere Mädchen vielleicht davon träumen, Prinzessin zu sein, habe ich seit Kindertagen mit Schmuck und Juwelen zu tun: Mein Großvater hatte eine Türkismiene und er ließ mich sogar mit den Steinen spielen, wenn er eine Lieferung prüfte. Ich bin in dieser Welt aufgewachsen, durfte auch früh schon mit zu Messen. Für mich war das alles ganz natürlich, es gehörte quasi zum Familienleben dazu.

 

 

Du bist ja auch mit für den Schmuckeinkauf verantwortlich. Woher holst du dir da die Inspirationen?

Auf den Messen sehe ich Neuvorstellungen und Trends und muss dann genau abwägen, ob wir diese mitgehen möchten. Mal sind es zarte Töne, mal sind es knallige Farben. Als Hamburgerin weiß ich recht gut, was typisch hanseatisch ist. Mit meinem Londoner Background habe ich aber auch den Mut, unsere Kundinnen von neuen Wegen zu überzeugen. Blautöne, Rosé- und Weißgold sind Dauerbrenner. Es sind Erfahrungswerte, aber genauso wichtig sind persönliches Gespür und der eigene Geschmack, denn ich kann nichts verkaufen, von dem ich selbst nicht überzeugt bin. Abseits der Schmuckwelt sind Magazine eine tolle Inspiration. Und wenn ich auf Reisen bin, schaue ich mir besonders den Look der Frauen und die Schaufenster an.

 

Welche Trends sind denn in diesem Sommer besonders angesagt?

Es wird sehr farbenfroh mit Tönen wie Türkis oder Koralle. Aber auch der Klassiker Gelbgold feiert ein kleines Revival. 

 

Hast du einen Tipp für uns, wie man die neuen Trends kombiniert?

Zu den Farbkombinationen Koralle und Türkis würde ich immer etwas Weißes tragen. Ein farbiges Schmuckstück kommt zu einem neutralen Outfit einfach am besten zur Geltung. Ich bin auch eine große Verfechterin davon, Farben zu kombinieren, etwa ein intensives Blau mit einem ganz hellen Grün oder auch verschiedene Brillantfarben miteinander zu mixen. 

 

Welche Schmucklabels gehören zu deinen Favoriten? 

Gerade für den Sommer sind Pomellato und Tamara Comolli meine Lieblinge, weil ich mit ihnen sehr viel Freude und das Gefühl von Leichtigkeit verbinde! Bei den Uhren mag ich sportlich-elegante und eher größere Modelle. 

 

Hast du ein persönliches Lieblingsschmuckstück?

Aber ja - meine Brillant-Ohrstecker, die ich nahezu täglich trage und mit denen ich einen ganz besonderen Moment in meinem Leben verbinde: Ich bekam sie zum Abschluss meines Gemmologiestudiums von meinen Eltern. Die Steine habe ich selbst ausgesucht und das Design mitentwickelt. Es ist mein erstes wirklich wertvolles Schmuckstück und zugleich eine Erinnerung an meine Studienzeit und an meine Eltern.

 

Können auch Kunden sich bei Euch ein individuelles Schmuckstück anfertigen lassen? 

Wir arbeiten mit drei Goldschmiedemeistern zusammen, die unterschiedliche Expertisen haben und nach unseren Vorgaben individuelle Kundenwünsche umsetzen. Wir nehmen uns sehr viel Zeit, um mit dem Kunden seine Vorstellung des Schmuckstücks zu besprechen. Und wir setzen dann alles daran, dass sein Wunsch Wirklichkeit wird. 

 

Schmuck ist ja etwas sehr Persönliches. Gibt es auch mal emotionale Momente im Geschäft?

Wir erleben oft sehr schöne und besondere Momente, oft haben sie natürlich mit Heiratsanträgen zu tun. Ein ganz besonderes Erlebnis war es, als ein Kunde gleich morgens zu uns ins Geschäft kam. Er war völlig am Ende, hatte nicht geschlafen oder geduscht, denn er kam auf direktem Weg aus dem Krankenhaus, wo seine Frau ihr Kind geboren hatte. Das Kind war früher als geplant zur Welt gekommen und er brauchte noch spontan ein Geschenk. Es passieren wirklich die wildesten und schönsten Sachen, die wir miterleben dürfen.

 

Hast du ein Vorbild?

Meine Eltern sind ein großes Vorbild für mich. Sie kamen vor fast dreißig Jahren aus Teheran nach Hamburg und haben sich hier ein Leben neu gestaltet. Sie haben die Sprache gelernt, sich intensiv mit der Kultur und den Gepflogenheiten auseinandergesetzt und vor allem ein erfolgreiches Geschäft aufgebaut, ganz nebenbei ein Zuhause für die Familie geschaffen. Zudem inspiriert mich Coco Chanel – nicht zuletzt, weil sie Sonntage ebenso hasst wie ich. Ich habe großen Respekt für Frauen in Führungspositionen generell und ganz besonders in unserer Branche, die immer noch eine Männerdomäne ist.

 

Was bedeutet Schmuck für dich?

Er ist mein Leben! Ich beschäftige mich jeden Tag im Job und auch in meiner Freizeit mit Schmuck. Für mich ist dieses Thema zeitlos und zugleich sehr persönlich, etwas, das ich mit so vielen Ereignissen und schönen Momenten verbinde. Schmuck passt einfach immer und ist wunderschön – ganz gleich, ob die Trägerin sich für einen besonderen Anlass gestylt hat oder ihn ganz lässig zur Jeans trägt.

 

 

Alle Infos zu Juwelier Cabochon bekommt Ihr unter: http://www.juweliercabochon.com