Mina Hushahn & Kimiya Justus

Zwei Freundinnen, eine Berufung! Mina Hushahn und Kimiya Justus (beide 24) haben sich mit vier Jahren im Kindergarten kennengelernt – höchstwahrscheinlich am Maltisch. Denn sie verbindet bis heute eine große Leidenschaft: die Kunst! Uns haben die beiden Hamburger Malerinnen verraten, wie ihre Kunstwerke entstehen, was sie inspiriert und wo wir ihre Arbeiten aktuell bewundern können…

 

Wie seid ihr zur Kunst gekommen?

Mina: Ich zeichne schon, seit ich denken kann, und hatte ziemlich früh ein starkes Interesse an der Malerei. Mit 13 habe ich mir dann einen Velazquez Bildband gewünscht. Zu sehen, wie mein Vater als alte Naturseele und freischaffender Künstler arbeitet, hat meinen eigenen Prozess wahrscheinlich dann stark angekurbelt. Ich habe viel mit ihm gemalt und über Kunst gesprochen, später auch dann mit befreundeten Malern von ihm. Dann wurde ich auf der Hochschule angenommen.

Kimiya: Ich habe schon immer gemalt. Irgendwo gab es immer einen Ort zum Rumkritzeln und farbig machen. Ich war oft zu schüchtern, mich mit Worten auszudrücken, und habe beim Malen einen guten Umgang damit gefunden. Da war mir sehr schnell bewusst, dass ich in keine andere Welt als die Kunstwelt tauchen möchte. Ich war von Anfang an süchtig und bin es immer noch.

  

Wo lebt und arbeitet ihr aktuell?

Kimiya: Ich lebe in Berlin seit ein paar Jahren. Studiere dort und arbeite freiberuflich als Illustratorin von zu Hause aus. Ich komme ursprünglich aus Hamburg und kann noch immer nicht so ganz von der Stadt los lassen und bin somit oftmals zu Besuch

Mina: Zurzeit lebe ich in Kopenhagen und male entweder in meinen kleinen 4 Wänden oder bei meinem Freund in der Wohnung. Aktuell haben wir bei Kimiyas Eltern in Hamburg ein Atelier aufgebaut.

 

Seid ihr beide „Full-Time“-Künstlerinnen oder macht ihr noch etwas anderes nebenher?

Mina: Im Augenblick kellner ich nur nebenbei. Ich möchte mich aber gerne künftig in Kopenhagen weiterbilden.

Kimiya: Ich bin eigentlich nur in meinem Maluniversum zu Hause. Es bleibt keine Zeit für etwas anderes. Wenn so viel raus muss, ist das schwierig. Ich möchte auch nichts anderes machen. Es ist sehr gut so wie es ist.

 

Wie würdet ihr Euren Stil beschreiben?

Kimiya: Bunt, laut, geordnet, chaotisch und voller Geheimnisse. Mehr ist mehr.

Mina: Immer in Bewegung! Zwischen realistisch, abstrakt, impressionistisch und expressionistisch. Das kommt irgendwie von alleine von Bild zu Bild. Und ich bin sehr farbverliebt.

 


Mut zu starken Farben und zu starken Themen! Die Bilder von Kimiya Justus drücken oft das aus, was ihr Mund sich nicht zu sagen traut

 

Mit welchen Techniken arbeitet ihr?

Mina: Ganz klassisch: Zeichnungen mit Pastellen und Stiften, Malereien mit Leinöl und rohen Farbpigmenten, die Grundfarben aus Tuben. Ich male gerne mit richdg spröden Pinseln, am liebsten auf Leinwand.

Kimiya: Ich arbeite viel mit einem schwarzen Edding und bearbeite meine Zeichnungen am Computer nach. Sonst benutze ich auch z.B. Acrylfarben, Buntstifte, Marker. Alles was in meine Hände kommt. Habe mein Sketchbook immer in der Tasche dabei.

 

Woher holt ihr euch eure Inspirationen?

Kimiya: Meine Gefühlswelt spielt eine riesige Rolle. Die meiste Inspiration nehme ich aus Erlebnissen und Situationen, die ich beobachtet habe. Man könnte sagen, je mehr Gefühle desto mehr Bilder entstehen. Natürlich inspirieren mich auch andere Künstler, aber ich schöpfe vieles aus dem Alltag.

Mina: Das meiste aus der Natur: Licht, Schatten, Farbe… Dann die alten Malereien im Museum sowie moderne abstrakte Malereien. Des weiteren brauche ich oft irgendein Gesicht, das ist dann egal, ob ich die Person kenne oder das ein Foto aus einem Buch oder dem Internet ist. Ich lese gerne die Bücher von Jiddu Krishnamurti, einem indischen Philosophen. Und dann sind da natürlich die eigenen Erfahrungen, die man so macht.

 

Wollt ihr eine Message mit eurer Kunst vermitteln?

Kimiya: Mach das, was du machen willst. Lass Freude und Trauer zu.

Mina: Nein, das lehne ich ab. An den Kunstschulen nennt man das heute ja eher „eine Position haben“. Ich finde, gute Malerei lässt die Dinge einfach mit dir geschehen. Ganz vereinfacht schon durch die Bewegung, die ihr innewohnt. Deswegen möchte ich z.B auch keine Geschichten erzählen. Ich hoffe, der Betrachter, und er allein, erfährt etwas, das zwischen ihm und meinen Bildern passiert.

 

Was schätzt ihr an den Werken der jeweils anderen?

Mina: An Kimiyas Arbeiten schätze ich vor allem sehr, dass sie keinen Regeln zu folgen scheinen und es wirkt so, als ob sie alles akzeptiere, was aus ihrer Hand kommt. Da kann echt keiner kommen und versuchen, irgendetwas zu sagen, weil ihr das total egal ist. Sie hat sich frei gemalt, es gibt keinen erkennbaren Zensor oder ein Konzept, das einer Erklärung bedarf. Sie hat ihre Stimmchen innendrin, wie jeder, aber sie nutzt diese spielerisch! Ich freue mich über jeden Schritt, den sie in ihrer Arbeit weitergeht!

Kimiya: Ich sehe in Minas Zeichnungen und Gemälden immer noch das Gleiche wie vor 18 Jahren. Sie lassen mich manchmal eine kleine Zeitreise machen zu den ganzen Meerjungfrauen, die Mina früher intensiv gemalt hat. Ich bewundere den Ausdruck ihrer Bilder und Ich würde ihre Werke immer wieder erkennen. Ich habe schon als kleines Kind Minas Art und Weise zu malen bewundert. Sie ist auf jeden Fall einer der Gründe, warum ich heute male.

 


In ihren Arbeiten “Die namenlosen Portraits” erforscht Mina Hushahn das Geschenk und die Herausforderung der menschlichen Existenz

 

Welche Künstler bewundert Ihr?

Kimiya: Viel zu viele, um sie alle aufzulisten. Ich mag alles, was mich glücklich macht. Und momentan macht das Ewan Keenan.

Mina: Velazquez, Rembrandt, da Vinci, Goya, Lucien Freud, Francis Bacon, Cezánne, Monet… das sind so die grossen Maler die ich am meisten liebe und studiere. Bildhauer wie Camille Claudel und Rodin.…aktuell auch Giacometti, Joan Mitchell, Anselm Kiefer, Jonathan Meese, die Fotografin Rineke Dijkstra… Aber meine Nummer 1 bleibt Edvard Munch!

 

Ihr werdet vom 19.10. bis zum 10.11. eine gemeinsame Ausstellung bei Secondella im ABC-Viertel haben. Woher kam die Idee dazu?

Kimiya: Silke Griebel, Partnerin und Geschäftsführerin von Secondella kennt Mina und mich schon seit 20 Jahren. Sie hat beide unsere Wege verfolgt und da fanden wir es erfrischend, alle zusammen an einem Projekt zu arbeiten, in dem jeder das macht, was er gut kann.

 

Was würdest Ihr sagen, wie hängen Mode und Kunst zusammen?

Mina: Spiel, Spass, und vor allem damals: Musen, grosses Handwerk und in einigen Fällen der Zeit voraus!

Kimiya: Für mich hängen sie nicht zusammen, sie gehören zusammen und sind das Gleiche. Eine Trennung macht da ganz klar keinen Sinn für mich.

 

 

Mehr Infos zu Mina Hushahn bekommt Ihr unter minahushahn.tumblr.com

Alles zu Kimiya Justus erfahrt Ihr unter www.kjpur.com 

Hier findet Ihr Mina bei Instagram und geht's zu Kimiyas Instagram Page

 

 

 Die Doppelausstellung von Kimiya und Mina findet im "Secondella Depot" statt:

  

Hohe Bleichen 5

Vom 19.10. bis 10.11.

Mo–Fr von 10–19 Uhr

Sa von 10–18 Uhr

 

Vernissage am 18.10.

19-22 Uhr 

 

Weitere Informationen bekommt Ihr unter www.secondella.de  

 

Fotos: Mina Hushan, Kimiya Justus