Marina Mernke

Der Traumprinz ist auch nach jahrelanger Suche noch nicht in Sicht? Kein Problem für Marina Mernke. Auf ihrem Blog „Frag Marie“ bietet die 34-jährige Hamburgerin ein Online Programm für Singles an, die auf Partnersuche sind. Warum Glück in der Liebe keine Glückssache ist, was unser Unterbewusstsein damit zu tun hat und wie die Digitalisierung die Partnersuche verändert hat, verrät uns Marina im Interview…

 

 

Mit “Frag Marie” hast du ein Online Programm und einen Blog ins Leben gerufen, der Singles dabei hilft einen Partner zu finden. Wie genau dürfen wir uns das vorstellen?

Der Blog hilft Antworten auf alle möglichen Fragezeichen zu geben, die man als Single mit Partnerwunsch so im Kopf hat: Wo lernen sich Paare am häufigsten kennen? Sollte man die Liebe wirklich suchen oder sich lieber finden lassen? Warum finden manche schneller einen Partner als andere? Unser Online Programm unterstützt zudem wie eine Art Schritt für Schritt Anleitung dabei seine Situation zu ändern. Getreu dem bekannten Zitat von Einstein: „Nur wenn sich etwas ändert, ändert sich etwas.“ Es geht zum einen darum herauszufinden, welche inneren Bremsen einen aktuell vom eigenen Glück abhalten und im zweiten Schritt dann darum mehr in Kontakt mit anderen Singles zu kommen.

 

Wie kamst du auf die Idee und wie hast du dich informiert? 

Ich war selbst lange Zeit Single - obwohl ich mir eine Beziehung gewünscht habe. Auf der Suche nach einer Lösung für mein Problem musste ich feststellen, dass es kaum Angebote gibt, die Singles bei der erfolgreichen Partnersuche unterstützen. Mit Ausnahme von den Singlebörsen, Ratgebern sowie ein paar eher unseriösen Websiten in Richtung „Wie-du-ihn-verliebt-machst“. Da mir die bestehenden Angebote nicht weiterhalfen, machte ich mich schließlich selbst auf die Suche nach einer Lösung. Ich arbeitete mich durch schier endlose wissenschaftliche Untersuchungen und Studien rund um das Thema Liebe, besuchte Seminare und interviewte Psychologen sowie Experten.

 

Wer nimmt dein Online Programm in Anspruch? Gibt es eine Zielgruppe die besonders präsent ist?

Aktuell nehmen vor allem Frauen an dem Programm teil. Alterstechnisch ist alles zwischen Anfang 20 und 60 Jahren vertreten. Liebe ist ja keine Frage des Alters. 

 

“Frag Marie” ist keine Dating Plattform sondern setzt sich vor Allem mit den psychologischen Verhaltensmustern und Gründen zusammen, warum man ungewollt Single bleibt. Was sind deine drei wichtigsten Erkenntnisse?

1. Single-Sein ist kein Zufall. Die wichtigste Erkenntnis für mich war vor allem, dass Glück in der Liebe keine Glückssache ist. Dabei geht es weniger darum, dass Singles selbst schuld an ihrer Situation sind. Vielmehr ist es eine positive Nachricht, nämlich dass man selbst die Möglichkeit hat seine Situation zu verändern. 

2. Ein ungewolltes Singleleben hängt vor allem mit dem Unterbewusstsein zusammen. Bewusst denken und sagen wir zum Beispiel, dass wir uns nichts sehnlichster wünschen als eine Beziehung. Auf der anderen Seite suchen wir viel zu wenig Kontakt zu anderen Singles oder sortieren potentielle Kandidaten so lange aus, bis keiner mehr übrig bleibt.

3. Wenn ich immer wieder an den Falschen gerate oder mich immer in die verliebe, die unerreichbar oder vergeben sind, dann darf ich einmal genauer hinsehen, welches Beziehungsmuster ich da unbewusst immer wieder neu wiederhole und ob mich das wirklich an das gewünschte Ziel bringt.

 

Die Welle der Digitalisierung hat auch Einfluss auf unsere Partnersuche, wie Tinder, Parship und Co zeigen. Glaubst du, dass diese Veränderungen das Single Leben, vereinfachen, oder macht es die Partnersuche schwieriger?

Ich sehe diese Entwicklung als äußerst positiv. Nie war es einfacher andere Singles kennenzulernen als mit Tinder, Parship & Co. Wenn ich will, kann ich in Jogginghose von meiner Couch aus einer Verabredung bekommen. Zudem kann ich gezielt nach Menschen suchen, die meine eigenen Interessen teilen. Das ist doch super praktisch. 

 

 

 

Gerade nach einer frischen Trennung denkt man oft: “Da kommt nie wieder jemand”. Alles Quatsch oder berechtigte Angst?

Den Gedanken kann ich auf Grund meiner persönlichen Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Die objektiven Fakten lassen jedoch hoffen: Allein in Deutschland leben über 18 Millionen Singles. Es gibt also sehr, sehr viele Mütter, die auch andere schöne Söhne haben. Und letztlich zeigt eine Trennung ja auch, dass es offenbar doch nicht so perfekt gepasst hat, sonst gäbe es die Trennung ja nicht.

 

Single sein haftet noch immer ein negatives Image an, wie die ständigen Fragen nach unserem Liebesleben zeigen. Wäre es nicht an der Zeit anstatt auf Partnersuche suche zu gehen, sich zur Abwechslung einmal mit den schönen Seiten des Single-Lebens zu beschäftigen?

Absolut. Ich bin überzeugt, dass die Partnersuche dann besonders erfolgreich verläuft, wenn man seine Single-Zeit nicht als notwendiges Übel sieht, sondern als Zeit, an die man später gerne zurückdenkt. Das Schöne ist ja, dass sich beides hervorragend verbinden lässt. Es gibt unzählige Möglichkeiten eine schöne Zeit zu haben UND dabei neue interessante Menschen kennenzulernen. 

 

Schon Carrie Bradshaw, in der ultimativen Girls-Serie “Sex and the City”, gab uns den Ratschlag, man muss sich erst einmal selbst lieben um die Liebe zu finden. Wie wird man glücklich mit sich selbst?

Ich finde Selbstliebe wichtig, möchte an dieser Stelle aber auch sagen, dass sie meiner Meinung nach keine notwendige Voraussetzung ist, um einen Partner zu finden. Schließlich gibt es auch viele Menschen, die in einer Beziehung sind, die sich nicht sonderlich selbst lieben, oder? Glücklich mit sich selbst zu sein, kann aber ja nie schaden. Für mich ist Glück die Summe von schönen Momenten. Wir können uns selbst also einfach jeden Tag aufs Neue fragen: Was kann ich heute für einen schönen Moment erleben? 

 

In unsere Gesellschaft scheint das Single Dasein als Frau negativer konnotiert zu sein als für Single-Männer. Woran liegt das? Tickt unsere biologische Uhr, oder wird der Traum “Verliebt-verlobt-verheiratet” sozial konstruiert?

Hm, ich persönlich glaube nicht, dass Single-Frauen schlechter wegkommen als Single-Männer. Vielleicht ist es von früher noch dieses „Die Frau muss versorgt sein, weil der Mann den Lebensunterhalt sichert“- Ding!? 

 

Was war das schönste Feedback, dass du auf dein Online-Programm und deinen Podcast bekommen hast?

Da ich selbst lange Zeit Single war und das Gefühl zu gut kenne, berührt mich jedes einzelne Feedback und jede einzelne Erfolgsmeldung von unseren Teilnehmern und Hörern. Ich fühle mich immer irgendwie verbunden, mit den Menschen, obwohl ich sie nicht persönlich kennengelernt habe, weil wir ja quasi das gleiche Schicksal teilen. Besonders freut es mich, wenn die Leute nicht nur einen Partner gefunden haben, sondern darüber hinaus auch die Erfahrung machen, dass ihnen die erlernten Tools und Gedanken auch für andere Lebensbereiche helfen und sie auch ihrem Umfeld entsprechend positive Impulse geben können.

 

Kann man die Liebe überhaupt “suchen”? 

Ja. Dabei ist die Art der Suche sicherlich entscheidend. Wer einen Raum mit 100 Menschen betritt und nach 2 Minuten schon sagen kann, dass kein potentieller Kandidat dabei ist und nach Hause geht, der wird vielleicht wenig Freude bei der Suche empfinden. Das Wort Beziehung steht für eine Verbindung zwischen Menschen. Und diese Verbindung kann ich aktiv suchen, herstellen und ausbauen. 

 

 

 

Alle Infos zu "Frag Marie" bekommt Ihr unter: frag-marie.de 

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Fotos: privat