Kirsten Roschlaub

Sie bringt uns Kunst näher. In Kirsten Roschlaubs Galerie können wir viele tolle Ausstellungen und besondere Kunstwerke bewundern. Im Interview erzählt uns die 44 -Jährige wie sie Galeristin geworden ist, was ihren Beruf besonders macht und welche Ausstellung zurzeit zu sehen ist...

 

 

Wie bist du Galeristin geworden? 

Im Grunde genommen ist das zufällig passiert. Ich hatte damals eine Agentur für Werbefotografen, als ganz in der Nähe Galerieräume frei geworden sind. Ich habe die Chance genutzt und relativ spontan nebenbei meine erste Galerie eröffnet. Die hat dann aber ziemlich bald eine starke Eigendynamik entwickelt und lief so gut, dass ich die Agentur aufgelöst habe, um mich auf die Galerie konzentrieren zu können.

 

Wie würdest du deine Anfangszeit als Galeristin beschreiben? Welche Höhen und Tiefen hast du erlebt?

Die Anfangszeit als Galeristin war wirklich toll. Die Geschäfte liefen gut, viele Sammler haben sich für meine Werke interessiert. Aber der Kunstmarkt ist immer auch abhängig von der gesamten Wirtschaftslage. Das habe ich zu spüren bekommen, als 2009/10 der große Crash kam. Kunstwerke wurden plötzlich nicht

mehr als Anlage gesehen, Sammler und Fotografie-Fans haben nicht mehr so stark für sich und andere gekauft, Firmen sind als sichere Kunden weggebrochen. Das war hart.

 

Was hat dir geholfen nach deiner schwierigen Situation neuen Mut zu fassen und erneut eine Galerie zu eröffnen?

Der Glaube daran, dass es immer Menschen gibt, die bereit sind, für tolle Kunst entsprechende Beträge auszugeben. Inzwischen ist die Fotografie auch viel etablierter und als Kunstform allgemein viel angesehener als noch zu meiner Anfangszeit als Galeristin. Außerdem mache ich das, was ich tue, mit wahnsinnig viel Freude und ich glaube an die Sache an sich. Ich liebe Kunst, das ist manchmal Antrieb genug.

 

Was macht deinen Beruf für dich einzigartig?

Ich treffe ständig auf neue Menschen, lerne viele spannende Künstler kennen und muss mich immer wieder der Situation stellen, meine Galerie neu zu bestücken. Im Grunde gleicht kein Tag dem anderen. Das finde ich spannend. Zudem bin ich täglich mit Kunden in Berührung – zu wissen, dass man ihre Wohnung, Praxis oder Büroräume ein wenig mitgestalten kann, indem man sie mit Kunst vertraut macht, finde ich fantastisch!

 

 

Gibt es eine Ausstellung, die dich besonders berührt hat?

Grundsätzlich finde ich es wahnsinnig spannend, Fotoprojekte auszustellen, die den Besuchern meiner Galerie Länder näherbringen, die sonst vielleicht nicht so zugänglich sind und nicht oft bereist werden. Im vergangenen Jahr hatte ich eine Ausstellung zu Afghanistan. Die Portraits der Menschen vor Ort haben mich nachhaltig beeindruckt!

 

Gibt es Künstler, deren Werke du sehr gerne einmal ausstellen würdest?

Jede Menge! Aber wenn ich mich für einen entscheiden müsste...würde ich David LaChapelle wählen. Seine Arbeiten finde ich sensationell gut!

 

Welche Bilder hängen bei dir Zuhause?

Ich selbst mag Schwarzweiß-Fotografie sehr gerne. Vor allem alte Fotografien aus dem Hollywood der 40er / 50er Jahre haben es mir angetan. Ich habe beispielsweise ein sehr großes Bild von Marilyn Monroe bei mir hängen. Faszinierende Frau!

 

Ab heute ist eine neue Ausstellung in deiner Galerie zu sehen, was kannst du uns dazu erzählen?

„North Korea. The Power of Dreams“ ist eine ergreifende und unfassbar berührende Ausstellung über den Lebensalltag der Menschen in Nordkorea. Wir wissen einfach so wenig über Land und Leute, dass mich das Projekt der Berliner Fotografin Xiomara Bender sofort interessiert hat! In den Bildern spiegeln sich Sehnsüchte und Träume der Menschen vor Ort wieder, die wir im Grunde hierzulande auch haben. Daher finde ich den Titel auch so treffend gewählt. Denn die Macht der Träume kenne ich selber auch nur zu gut.

 

Alle Infos zur Galerie Roschlaub findest Ihr unter: www.galerie-roschlaub.com

 

Hier findet ihr die Galerie Roschlaub bei Facebook und Instagram

 

 

Fotos: Michael Bernhard, Galerie Roschlaub