Kat Wulff

Für gute Laune sorgt Sängerin und Songwriterin Kat Wulff nicht nur mit ihrer tollen Stimme, sondern aktuell auch mit ihrer „Einfach mal gut“-Kampagne zur gleichnamigen Single. Im Interview erzählt uns die 40-Jährige, wie sie zum Singen gekommen ist, welche Momente sie in ihrer Karriere ganz besonders bewegt haben und was ihre Projekte ausmacht …

 

Du bist Sängerin und Songwriterin, Co-Gründerin von „Pausenkicker“ und bist Teil des Inklusionsprojekt „Anderssein vereint“, wie bringst du deine Projekte alle unter einen Hut?

Das ist in der Tat manchmal herausfordernd;-) Aber mit ein bisschen Disziplin und vor allem Freude an der Sache klappt es. Wenn es die Zeit erlauben würde, wären es wohl noch weit mehr (lacht).

In den Projekten spiegeln sich meine verschiedenen Leidenschaften und Interessen wieder. Ich mag es, immer wieder meinen Horizont zu weiten und dazuzulernen. Der rote Faden bei allen Projekten: Meine Stimme, das (Song)Schreiben und die Lust, Menschen zusammenzubringen bzw. zu unterhalten.

Als Solokünstlerin steht natürlich der Gesang und meine Songs im Vordergrund. Ich liebe das „Ping-Pong“ Spiel mit meinem Publikum. Für mich ist ein Konzert immer ein Gemeinschaftsding und ich liebe es spontane Impulse aufzunehmen. Bei „Pausenkicker“ bringe ich die Stimmen anderer in Form, Seite an Seite mit zwei tollen, ebenso Bühnen-affinen Kolleginnen aus dem Yoga und Gedächtnistraining. Eine klasse Kombi, bei der ich auch selbst ganzheitlich fit bleibe. Mein Faible fürs Schreiben drückt sich hier eher in betrieblichen Event- und Gesundheitskonzepten aus. „AndersSein vereint“ ist ein Song- und Videoprojekt, das für mehr Menschlichkeit und Miteinander steht. Über 80 Protagonisten sind daran beteiligt und ich bin stolz den Titel dazu geschrieben zu haben. Ich bin Optimist und glaube an die verbindende Kraft von Musik. Eigentlich sollte es das auf Rezept geben, vielleicht gäbe es dann weniger Konflikte in der Welt;-)

 

Wie kamst du zum Singen?

Schon als 6-jährige habe ich davon geträumt, Sängerin zu werden und in Nena´s Fußstapfen zu treten. Die Serie „Fame“ fand ich damals auch klasse. Dieser Traum wurde jäh zerstört: Meine Schwester war von meinem lauten Gesang damals so genervt, dass sie mir täglich sagte, wie schrecklich meine Stimme sei. Habe ich dann erstmal geglaubt und quasi 10 Jahre lang meinen Mund nicht aufgemacht. Stattdessen habe ich mich dem Tanz gewidmet. Mit 17 bin ich dann, mehr durch Zufall und durch eine unbedachte Äußerung, nachts in der Kneipe in eine Band gepurzelt. Von Anfang an merkte ich, wie mich Gesang und Musik beflügelt und bekam positive Rückmeldungen. Rasch hatte ich meine erste Band und spielte in kleinen Musicalproduktionen in meiner westfälischen Heimat. Meine erste Gesangsstunde hatte ich mit 20. Ich bin also Spätstarter und zunächst Autodiktat, das fachliche Verständnis kam erst später hinzu.

 

Wann hattest du deinen ersten größeren Auftritt?

Meinen ersten Auftritt im Profi Umfeld hatte ich in Heidelberg mit der Band THE WRIGHT THING. Als völlig unbeschriebenes Blatt durfte ich da zwischen ausgefuchsten Soul- und Gospelsängern und der Creme de la Creme der Mannheimer Musikerszene auftreten. Das war ganz schön absurd, ich war froh dass ich die Töne irgendwie getroffen habe und nicht vor Nervösität in Ohnmacht gefallen bin.

 


  

Mit welchen Musikern hast du schon zusammengearbeitet?

In der Band THE WRIGHT THING war damals auch der noch ganz so bekannter Xavier Naidoo. Wir spielten später gemeinsam in einem Musical und ich habe ihn auf Tour begleitet. Ein spannendes Kontrastprogramm waren die Tourneen mit Udo Lindenberg und Peter Kraus. Beides tolle Künstler, einer mit ausgedehnter Sex, Drugs & Rock´n Roll Historie, der andere mit dem Saubermann Image. Mit Roger Cicero stand ich, bevor er mit seinem Soloprojekt bekannt wurde im Angie´s Nightclub und bei Event Auftritten regelmäßig auf der Bühne. Er hat mich gesanglich sehr geprägt und es ist traurig, dass er so früh verstorben ist.

 

Du schreibst deine Songs selber, woher holst du dir deine Inspiration und wie verläuft die Schreibphase?

Früher war das Schreiben für mich wie ein Tagebuch und aktive Verarbeitung meiner aktuellen Gefühle oder Begegnungen. Heute muss ich nicht mehr in einer bestimmten Stimmung sein um kreativ zu werden. Meist funktioniert es auch auf Knopfdruck. Ist praktisch, wenn ich Auftragsarbeiten mache. Während ich früher eher Beziehungsthemen hatte, nehme ich heute mehr das aktuelle Zeitgeschehen als Aufhänger. Am Anfang schwirrt eine Melodie und/oder Textzeile durch meinen Kopf, aus dieser Keimzelle entwickle ich dann die Lyrics und suche mir die Harmonien am Keyboard dazu. Fürs Arrangieren nutze ich die Musiksoftware Logic. Damit bastele ich Layouts mit der meine Band „gefüttert“ wird. Der Rest entsteht dann im Proberaum oder im Studio.

 

Gab es Momente in deiner Musikkarriere, die du besonders bewegend fandest?

Da gibt´s einige.... Unglaublich glücklich war ich nach meinem Auftritt beim Uelzen OpenR letztes Jahr. Das Publikum, was eigentlich für Johannes Oerding und Mark Forster gekommen war, hat mich und meine Songs gefeiert, und das obwohl sie sie vorher nie gehört hatten. Da wusste ich, dass ich mit meiner Musik, und wie ich sie präsentiere, richtig liege.

Einen bewegenden Moment gab es beim Videodreh von „AndersSein vereint“. Plötzlich lagen sich Menschen in den Armen, die zuvor keinerlei Berührungspunkte miteinander hatten, Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Backgrounds, mit und ohne (sichtbaren oder formal anerkannten) Behinderungen. Da war die Kraft von Musik mal wieder spürbar.

Wie ein Schlosshund musste ich weinen, als eine Kita Klasse selbigen Song für Ihre Abschlussaufführung herauspickte. Zu sehen, wie sich die Kids auf unglaublich kreative Weise mit der Thematik des Songs auseinandersetzten und auf ihre Weise interpretierten, hat mich schlicht fassungslos gemacht.

Auch im Firmenkontext hatte ich einige „Magic Moments“. Bei der Verabschiedung eines nicht unbedingt für Gefühlsduseligkeit bekannten Vorstandes, gab es während eines Songs plötzlich Tränen und danach minutenlangen andächtigen Applaus. Das war unvorhergesehen und völlig überraschend für beide Seiten. Eine Situation, die man nicht planen kann.

Ich bin wahnsinnig dankbar für diese Erlebnisse und versuche mich immer wieder auf den jeweiligen Moment einzulassen anstatt ein fertiges Programm abzuspulen.

 

 

Hamburg ist deine Wahlheimat, wie kam es dazu?

In Mannheim und Umgebung spielte ich mit den angesagtesten Musikern, allerdings ohne wirkliches musikalisches Fundament. Das wollte ich aufmöbeln und ging deshalb ´99 nach Hamburg. An der Stella Academy nahm ich Gesangs-, Sprech- und Tanzunterricht, Musiktheorie war natürlich auch dabei. Nebenbei fing ich an im Angie´s zu singen und hatte meine ersten Bandprojekte hier. Seitdem hat mich die Stadt nicht mehr losgelassen.

 

Wo befindet sich dein Lieblingsort in Hamburg?

Bei mir um die Ecke. Ich liebe den Weiher Park in Eimsbüttel um zu entspannen und die Natur zu genießen.

 

Im September erscheint dein drittes Album „KAT“, was unterscheidet dieses Album von deinen vorherigen Alben?

Anders als bei den vorherigen Alben habe ich es per Crowdfunding und über die Hamburger Plattform „Nordstarter“ finanziert. Das erste Album hatte einen puren und teils kantigen Bandsound, das zweite entstand hauptsächlich am Rechner. Das dritte ist für mich die goldene Mitte und kombiniert den warmen Bandklang mit modernen programmierten Sounds. Den Zuhörer erwartet deutschsprachigen eingängigen Pop, mal mit Funk- und Soulanleihen, mal etwas hymnischer mit weiten Gitarrenteppichen. Die erste Aufnahmesession fand übrigens ein paar Tage nach meinem Wadenbeinbruch letztes Jahr statt. Das war die beste Therapie, um mich davon abzulenken. Ein bisschen wackelig war es aber schon;-))

 

Für gute Vibes sorgt deine „Einfach mal gut“-Kampagne, die am 21. Mai startet, wofür steht die Kampagne und worauf können wir uns freuen?

Aufhänger für die Kampagne ist der gleichnamige Song. Er entstand unter den Eindrücken der Anschläge der letzten Monate. Hinzu kamen die bad oder fake news rund um Grexit, Brexit und Herrn Trump. Das Wort „Krise“ hat sich irgendwann wie eine Dauerschleife durch meinen Kopf gezogen. Mit der Konsequenz, dass ich a) arg verunsichert war und mich b) gefragt habe, ob mein Schaffen überhaupt noch einen Sinn ergibt, wenn doch eh die Welt bald untergeht bzw. die Menschheit sich selbst vernichtet.

Das hat mich alarmiert. Und ich habe mir anschließend bewusst auferlegt, die Nachrichten öfters mal auszuschalten und meinen Fokus auf Erfreuliches zu richten. UND selbst dafür zu sorgen, dass es mir und meinem Umfeld gut geht. Mit Gedanken, Worten und Taten. Viele kleine Impulse ergeben schließlich auch eine Welle. Und vielleicht schwappt die ja irgendwann über und ist stärker als all das, was uns an schlechten Nachrichten grad erreicht.  

 

In der „Einfach mal gut“ Kampagne stelle ich Menschen und Projekte vor, die mich persönlich inspirieren oder die mir „einfach so“ ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Helden des Alltags, die etwas zu sagen haben ohne dabei laut zu werden. Projekte, die sinnstiftend sind und sich bemühen eine lebenswerte Zukunft mitzugestalten.    

 

 

Alle Infos zur "Einfach mal gut" Kampagne und Kat Wulff bekommt Ihr unter: www.katwulff.de

Hier findet Ihr Kat Wulff bei Facebook und bei Instagram

  

Fotos: Felix Liebel (1), Oliver Nimz (2)