Anna Bronowski &

Juliana Holtzheimer

Minimalistische und nachhaltige Mode zu fairen Preisen? Für die beiden Gründerinnen Juliana Holtzheimer (28) und Anna Bronowski (28) vom Fair Fashion Label Jan ’n June ist das kein Widerspruch. In unserem Interview verraten die beiden, warum Nachhaltigkeit gerade im Bereich Mode ein wichtiges Thema ist, was Ihre Kollektion ausmacht und wie wir es schaffen können, unseren Alltag mit einfachen Mitteln umweltbewusster zu gestalten…

 

Wie seid ihr auf die Idee zu eurem Eco Fashion Label Jane 'n June gekommen?

Eigenbedarf! Es gab damals kein Label mit hohem Modegrad, das nachhaltig unbedenklich und bezahlbar war.

 

Warum ist das Thema Nachhaltigkeit gerade im Bereich der Mode ein Thema?

Die Modeindustrie ist die zweitdreckigste der Welt. Wir konsumieren wahnsinnig viel und Kleidung ist zum Wegwerfprodukt geworden. 2014 wurden mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke produziert! Wenn man sich aber die Ressourcen unserer Erde anguckt, sind wir schon lange am Limit. Und die katastrophalen Produktionsbedingungen sind natürlich auch ein Thema.

 

Welche Umweltprobleme verursacht die Modeindustrie?

Weltweit wird auf 2,4% der Ackerfläche Baumwolle angebaut. Aber dafür sind 11% aller auf der Welt genutzten Pestizide  auf Baumwollfeldern im Einsatz.

 

Was macht ein Kleidungsstück nachhaltig?

Fairness in der ganzen Lieferkette, ressourcen-schonende Materialien, Zeitlosigkeit & Qualität.

 

 

Wie habt ihr festgestellt, dass der Markt bereit für faire Mode ist?

Wir sind von uns selbst als Kundinnen ausgegangen und sind überzeugt, dass die Modebranche sich ähnlich wie die Lebensmittelindustrie wandeln wird.

 

Was zeichnet eure Fashion-Pieces aus?

Minimalismus, mehr als Basics, nachhaltig ohne Zeigefinger.

 

Achtet ihr bei der Fertigung auf bestimmte Stoffe und Schnitte, die zeitlos sind oder haltet ihr euch auch an Trends?

Der Großteil unserer Kollektionen ist zeitlos und auch untereinander zu kombinieren. Aber wir haben auch immer einen kleineren Anteil an Trendteilen- oder Farben.

 

Bei der Versendung eurer Stücke versucht ihr, auf Plastik zu verzichten. Inwiefern ist es mit Schwierigkeiten verbunden, wirklich in allen Bereichen fair und nachhaltig zu denken?

Wir versenden nicht nur plastikfrei, sondern bekommen die Ware auch plastikfrei. Da fragen wir uns tatsächlich, wie lange das noch möglich sein wird, denn alle Logistiker weigern sich bisher, die Ware so zu verarbeiten.

 

Was kann man selbst tun, um im Alltag bewusster und nachhaltiger zu leben. Habt ihr Tipps?

Quick fix: Obst & Gemüse lose einkaufen, Second Hand shoppen, immer einen Beutel beim Einkaufen dabei haben, regionale und saisonale Ernährung, sich im ersten Schritt vorzunehmen eine Kategorie an Kleidung nachhaltig & fair zu kaufen, bevor man langsam ganz umstellt.

 

Worauf können wir beim Einkauf achten? Gibt es z.B. bestimmte Siegel, die eine nachhaltige Produktion garantieren?

In der Modeindustrie ist es leider sehr undurchsichtig. Aber GOTS, IVN-Best und die Fair Wear Foundation gewährleisten gewisse Standards.

 

Die Modeindustrie ist stark auf Fast-Fashion ausgerichtet. Habt ihr eine Idee, wie die Modeindustrie zum Umdenken angeregt und das Bewusstsein geschärft werden kann?

Bei all den Reizen, Überfluss an Informationen und Dauer-Konsum hofft man, dass uns Konsumenten das irgendwann zu viel wird und wir wieder bewusster leben. Ansonsten aber mit viel Aufklärung, Humor, Ästhetik und wenig erhobenem Zeigefinger.

 

 

 

Weitere Infos zu "Jan 'n June" findet Ihr unter: jannjune.com

 

Hier findet Ihr "Jan 'n June" bei Facebook und bei Instagram

 

 

 

Fotos: Conny Trumann