Heike Lehnig

Keine Schwester? Kein Problem! Dafür hat Heike Lehnig drei Söhne und ein Taschenlabel! Mit ihrem Familienunternehmen „Keine Schwester“ designt die Fotografin, Logopädin und dreifach Mutter zeitlose It-Bags und erfüllt sich damit einen Mädchentraum. Wir sprechen mit der 49-jährigen Unternehmerin über Lieblingstaschen, Familieninspiration und Zusammenhalt und lassen uns verraten welche drei Dinge in Heike Lehnigs persönlicher Handtasche immer mit dabei sind…

 

Du bist eigentlich gelernte Fotografin und Logopädin. Was hat dich dazu inspiriert ein eigenes Taschenlabel zu gründen? 

Ich habe einen beruflichen Werdegang, mit dem ich mich in meiner Persönlichkeit immer weiter entwickeln konnte und der mir für meine heutige Arbeit die Grundlage gibt. Die Passion für Taschen steckt schon immer in mir. Mit der Gründung von "Keine Schwester" habe ich mir einen Mädchentraum erfüllt. Aus der Fotografie hilft mir der grafische Blick auf das Produkt, aus der Logopädie, das Interesse am Menschen und der Kommunikation. Ich mag es, mit den Menschen zu reden, meine Lieblingsstücke zu präsentieren aber auch die Ideen der Kundinnen einfließen zu lassen, wenn sie mir sinnvoll erscheinen. 

 

Welche Geschichte steckt hinter dem Labelnamen "Keine Schwester"?

Das ist unsere persönliche Lebensgeschichte. Wir haben 3 Söhne, mit denen wir sehr glücklich sind. Im Umfeld sind wir aber immer mal wieder angesprochen worden, ob nicht eine Tochter die perfekte Abrundung der Familie wäre. Als mir nach der Geburt unseres dritten Sohnes meine Nachbarin sagte, wie schrecklich es ist, dass es wieder "Keine Schwester" geworden ist, war ich schockiert und der Ausdruck "Keine Schwester" wurde ein fester Bestandteil unserer Familiengeschichte. "Keine Schwester" ist eigentlich ein Hoch auf unsere Jungs!

 

Sich mit einer eigenen Marke selbstständig zu machen erfordert Mut. Was hast du in deiner Gründerzeit gelernt, was hat dich überrascht und mit welchen Schwierigkeiten warst du konfrontiert?

Das stimmt, wobei wir es am Anfang nicht so gesehen haben. Das kam erst in der Rückbetrachtung aller Erlebnisse. Das Lernen beginnt mit der Umsetzung der Idee – wie fasse ich meine Gedanken und Vorstellungen zu einem Konzept zusammen. Warum braucht der Markt eine neue Taschenmarke? Was soll "Keine Schwester" ausmachen? Man lernt jeden Tag: Bei der Gründung mit Ämtern, Notaren, Banken, bei der Suche nach den richtigen Partnern für Leder, Produktion, PR und natürlich im Verhältnis zu Kunden, egal ob Online, persönlich oder mit unseren Handelskunden…

Überrascht hat mich die Entwicklung, die wir in kurzer Zeit genommen haben. Wir liegen deutlich über unseren geplanten Verkaufsmengen, so dass wir in diesem Jahr Maßnahmen ergreifen mussten, um unsere Abläufe zu optimieren. Es ist toll zu sehen, dass unsere Kunden meine Gedanken zu der Idee "Keine Schwester" so angenommen haben.

Wenn Du nach den Schwierigkeiten fragst, dann ist das ebenso vielfältig, wie die Lernphase. Da sind zum einen Ideen, die ich hatte, die wir zur Probe nähen und die es nie geschafft haben, dass ich sie von Herzen gerne im Sortiment hätte und dann mache ich sie auch nicht. An jeder einzelnen Tasche oder Geldbörse heute hängt mein Herz und es gibt eine Geschichte dazu. Zum anderen sind da auch Probleme, die einen zwischendurch zweifeln lassen. So mussten wir eine Kollektion komplett aus dem Verkauf nehmen, weil sie nicht den Ansprüchen unserer Marke entsprach. Das zeigt, dass eine Gründung wie eine Achterbahnfahrt mit vielen Erlebnissen ist. Auch wenn man sich die negativen gerne ersparen möchte, gehören sie dazu und sind in der Nachbetrachtung für die persönliche Entwicklung und die des Unternehmens am wichtigsten.

 

 

Mit ihrer Neugier und ihrem Ideenreichtum haben Kinder uns Erwachsenen in punkto Kreativität einiges voraus. Wie beeinflussen deine drei Söhne deinen Schaffensprozess?

Das stimmt, dass die Kinder eine unglaubliche Neugier und Ideenreichtum haben. Uns haben sie aber noch viel stärker mit ihren Eigenschaften der Unvoreingenommenheit geleitet. Unsere Jungs unterstützen uns oft vor Ort, auf Veranstaltungen oder im Hintergrund. Sie zweifeln nie daran, dass "Keine Schwester" erfolgreich wird! Jeder unserer Jungs hat eine Tasche gewidmet bekommen, die zu ihm passt.

 

Welche Eigenschaften muss eine Handtasche mit sich bringen um ein Begleiter auf Lebenszeit zu werden?

Diese Frage haben wir uns bei der Erstellung unseres Konzeptes rund um "Keine Schwester" auch gestellt. Ich bin der Meinung, dass die Tasche von aktuellen Modespitzen unabhängig sein muss, gut kombinierbar ist und im Alltag durch Tragekomfort und alltagsfähigen Gebrauch besticht. Für uns sind die Faktoren weiches Leder, die besten Reißverschlüsse, ein puristische, zeitloses Design und bei jedem Teil der Gedanke zum täglichen Nutzen. Ich weiß, dass ich die Tasche fertig habe, wenn ich das Muster nicht mehr loslassen und weggeben möchte – wenn dann im Alltag noch ein Tragespaß dazu kommt, weil sie schön und praktisch ist, wird sie ein langer Begleiter sein.

 

"Keine Schwester" vertreibst du zusammen mit deinem Mann Frank. Stärkt ein gemeinsames Familienunternehmen auch den Familienzusammenhalt? 

Absolut. Wir haben ein gemeinsames Projekt – planen, diskutieren, probieren gemeinsam, sind auf Messen und haben eine zusätzliche Ebene der Gespräche. Das erweitert schon sehr den Zusammenhalt. Natürlich stehen die Kinder mit allen Ihren Themen des Alltags im Mittelpunkt, aber nicht mehr ausschließlich, sondern es geht jetzt auch um strategische Entscheidungen für dieses neue Projekt.

 


 

Hast du einen persönlichen Favoriten innerhalb deiner Kollektion?

Ich hatte schon angedeutet, dass jedes unserer Produkte mein Herz erobern muss, um ein Teil unseres Sortimentes zu werden. Insofern habe ich eine Emotion zu jeder Tasche und zu jeder Geldbörse. Eine besondere Position nimmt bei mir die tragbar soft ein. Sie entspricht so sehr meinem Anspruchsdenken an "Keine Schwester". Ich möchte Produkte gestalten, die schön, langlebig und ein Teil von mir sind. Die tragbar soft ist eine Umhänge-Geldbörse. Der Wunsch nach diesem Produkt ist mir beim Einkaufen gekommen. Rechts und links ein Kind an den Händen, wohin mit der Geldbörse? Statt in den Korb offen oder schwer zu finden in der Jackentasche, trage ich sie heute direkt und sicher am Körper. Heute bin ich die schnellste beim Bezahlen an der Supermarkt-Kasse, nutze sie aber genauso im Theater oder beim Tanzen. Mit ihrem weichen Leder, den leichtgängigen Reißverschlüssen und der immer wieder optimierten Inneneinteilung liebe ich die tragbar soft besonders.

 

Mal abgesehen von ‘Geldbeutel, Schlüssel, Handy’: Welche drei Dinge finden sich aktuell in deiner Handtasche? 

Bei mir kommen da der Lippenstift, ein Ideen-Büchlein und ein Kugelschreiber dazu. Die letzten beiden, um Ideen aus dem Alltag sofort festzuhalten. Wichtig sind wirklich auch die 3 Dinge, die ihr aufgezählt habt, weil sie am häufigsten aus der Tasche genommen werden. Für Handy und Geldbeutel haben wir in unseren Modellen separate Taschen integriert und für die Schlüssel immer ein Band mit Karabiner, damit auch in einem großen Shopper nicht zu viel Zeit für das Suchen verschwendet wird.

 

Wie wird es mit "Keine Schwester" weitergehen? Welche Pläne hast du für die Zukunft? 

Das Wachstum ist spannend, aber wir haben "Keine Schwester" als unsere Familiengeschichte gegründet und möchten auch diese persönliche Form weiter pflegen. Jeder Karton, der von unseren Kunden geöffnet wird, soll weiter ein Erlebnis sein – sowohl in der liebevollen Art des Verpackens als auch bei dem besonderen Produkt, das sie danach in der Hand halten. Wir möchten uns da weiterhin von Konzernen und Marktplätzen abheben und unseren persönlichen Weg gehen. 

 

 

 

Weitere Infos zu "Keine Schwester" findet Ihr unter: keineschwester.de

Hier findet Ihr "Keine Schwester" bei Facebook und bei Instagram

  

 

 

Fotos: PR