Fernanda Brandao

Fernanda Brandao ist eine echte Powerfrau! Seit über zwei Jahren macht sie sich neben ihrer Arbeit als Sängerin, Schauspielerin, Moderatorin und Fitness-Trainerin für ein ganz besonderes Herzensprojekt stark. Mit ihrem Projekt "Children of the Forgotten" setzt sich die gebürtige Brasilianerin für die indigenen Völker im Amazonas Regenwald ein. Gerade war sie wieder vor Ort, um gemeinsam mit "Viva con Agua" Brunnen zu bauen. Mit uns hat sie über ihr Engagement und ihre Erfahrungen gesprochen…

 

Wie kam es zu der Idee für dein Charity-Projekt „Children of the Forgotten“? 

Nach einem Besuch bei dem Indianerstamm der „Huni Kuin“ im brasilianischen Regenwald Anfang 2016 rief ich gemeinsam mit Roman Rütten das Projekt „Children of the Forgotten“ ins Leben.  

Zusammen mit den Ureinwohnern Brasiliens lebte ich mehrere Wochen im Amazonas Regenwald. Eindrücke aus dieser Zeit hielt ich fest und wählte Kunst in Form von Fotos und Filmen, um auf die Lebensumstände der indigenen Völker aufmerksam zu machen. 

 

Du warst dieses Jahr zum vierten Mal im Regenwald Brasiliens. Was hat sich seit 2016 alles verändert?

Es ist sehr viel passiert seit der ersten Reise. Die größte Veränderung für mich persönlich, ist die Motivation und das Vertrauen der Leute zu erleben. Als wir das erste Mal da waren, war es ein trister Ort, mit wenigen Mitteln und Möglichkeiten. Heute sehe ich einen Fortschritt, eine Verbesserung der Lebensumstände und hoffnungsvolle Gesichter. 

 

Was habt ihr durch das Projekt schon alles erreichen können?

Inzwischen umfasst “Children of the Forgotten“ ein Bildband, einen Kurzfilm, diverse Kunstausstellungen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern sowie ein Hilfsprojekt, welches vor Ort umgesetzt wird.

Ziel des Hilfsprojektes ist der Aufbau einer nachhaltigen Infrastruktur in allen 36 Dörfern, damit die Indianer auf so wenig Geld wie möglich angewiesen sind, um Ihre Grundbedürfnisse zu decken.

Seit Beginn unsere Arbeit hat das Dorf Rosa Branca neue Häuser, Toiletten, Gemüse & Kräuter-Beete und zwei neue Plätze für schamanische Heilungsprozeduren bekommen. Drei junge Erwachsene besuchen sogar die Schule in der Stadt und eine der Drei macht eine Fortbildung zur Lehrerin.

 

 

Wie lange warst du dieses Jahr vor Ort?

Es war diesmal eine kurze Reise Ich war nur eine Woche bei dem Volk der Kaxinawa (Huni Kuin Indianer). 

 

Was waren die beeindruckendsten Erlebnisse, die du dort erfahren hast?

Es sind so viele... Mit jedem weiteren Jahr fühle ich mich ein Stück mehr als Teil der Huni Kuin-Familie. Auf der letzten Reise zum Beispiel, bekam ich einen indigenen Namen und ein zweites Patenkind.

Eins der schönsten Erlebnisse hatten wir, als unser Boot in der Dämmerung kaputtging und wir von einem älteren Häuptling, der gerade vorbeifuhr, gerettet wurden. Er brachte uns zu seinem Dorf und es war eine der schönsten Nächte, die ich je erlebt habe. Ich lernte viel über Demut, Nächstenliebe, Gastfreundschaft und die Unberechenbarkeit der Natur. 

 

Ihr kooperiert auch mit "Viva con Agua". Wie lief die Zusammenarbeit ab?

Ich hatte eine wundervolle Zeit in Brasilien mit "Viva con Agua". Wir haben ähnliche Ziele und arbeiten mit viel Freude, Engagement und Herz daran. Wir haben gemeinsam zwei Brunnen in den Huni Kuin Dörfern Rosa Branca und Flor da Mata im Amazonas Gebiet gebaut. Wir besuchten mögliche Wasserprojekte in zwei Armenvierteln von Rio de Janeiro und das Graffiti Projekt “Street River“ in der Stadt Belem, wo eine Biogas- Anlage gebaut wurde.

 

Wie war es für dich, zurück in deine Heimat zu kehren?

Es ist immer bewegend in Brasilien zu sein. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt. Das Land steckt in einer großen Krise voller Ungewissheit.

Als wir da waren, haben die Truckfahrer wegen zu hoher Spritkosten gestreikt. Die Folge – Stillstand im Land. Keine Lebensmittel in den Supermärkten, kein Sprit an Flughäfen und natürlich war es nicht leicht, unter diesen herausfordernden Bedingungen Brunnen im Regenwald zu bauen. Resultat nach dem Streik – die Spritpreise sind angestiegen – das ist Brasilien.

 

 

Was ist in Zukunft mit dem Projekt noch geplant? Wirst du in nächster Zeit nochmal nach Brasilien reisen?

Im Jahr 2019 ist die Installation nachhaltiger Stromversorgung sowie der Bau von Schulen in denselben Dörfer geplant.

Mein Ziel ist es, den indigenen Völkern der Welt zu helfen, denn obwohl sie die Wälder für uns alle beschützen, sind gerade diese Menschen am verwundbarsten.

 

Es gab auch eine Kunstaktion im Rahmen der "Millerntor Gallery" anlässlich des Baus der ersten beiden Brunnen. Was hatte es damit auf sich?

Zusammen mit "Viva con Agua" lernte ich die brasilianischen Graffiti-Künstler Omik & Toys kennen. Sie kamen nach Deutschland und zelebrierten mit uns den Bau der ersten beiden Brunnen, indem sie die Wand des Millerntor Stadiums im Rahmen der jährliche "Viva con Agua"-Kunst-Ausstellung, der "Millerntor Gallery", verschönerten. Aktionen dieser Art sind toll, da sie eine schöne und wichtige Botschaft vermitteln. Ich hoffe sehr, dass wir in Zukunft weitere solche Projekte umsetzen können.

 

Hast du einen Tipp, wie auch wir helfen können?

Wer helfen möchte kann gerne hierhin spenden:

 

FRIENDS CUP Förderverein e.V.

IBAN:  DE29 2069 0500 0004 1750 00

Stichwort „FRIENDS CUP“

Brunnenbau Projekt “Children of the Forgotten” by Fernanda Brandao

 

Oder persönlich zu unserer Auktion kommen, die am Ende des Jahres in Hamburg stattfindet.

 

 

 

Alle Infos zu Fernanda Brandao bekommt Ihr unter: fernanda-brandao.de

 Hier findet Ihr Fernanda Brandao bei Facebook und bei Instagram

 

 

Fotos: Roman Rütten