Eva und Lina Wüller

Hightech statt Hormone: Das Schwestern-Duo Eva und Lina Wüller hat mit „Ovy“ eine Methode zur natürlichen Empfängnisplanung und -Verhütung entwickelt, bei der unser Phone die Pille ersetzt. Im Interview verraten die beiden, wie die Kombination aus Zyklus-App und Basalthermometer funktioniert, für wen das Verfahren geeignet ist und wie es ist, als Geschwister zusammen zu arbeiten…

 

Was macht „Ovy“ aus?

„Ovy“ hilft Frauen, ihren menstruellen Zyklus zu kontrollieren. Wir haben eine Zyklus-App und ein Bluetooth Basalthermometer miteinander verbunden, um den genauen Tag des Eisprungs, die fruchtbare Phase, sowie die nächste Periode zu berechnen. „Ovy“ hilft Frauen mit Kinderwunsch und Frauen, die natürlich verhüten möchten.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, „Ovy“ zu gründen?

Tatsächlich hat uns eine persönliche Erfahrung auf die Idee gebracht. Lina wurde ungeplant schwanger und so nahm die Idee ihren Lauf.

 

Mit eurem Healthtech Start-up habt ihr in einer männerdominierten Branche Fuß gefasst, war das für euch eine Herausforderung?

Wenn es um das Thema Fundraising geht, sind Männer sicherlich in der Mehrzahl vertreten. Im Alltag haben wir aufgrund unseres Produkts aber in erster Linie mit Frauen zu tun. Wir standen aber in diesem Bezug nie vor großen Herausforderungen – im Gegenteil: Wir wurden wirklich von allen Seiten unterstützt.  

 

Wie funktioniert die Messmethode?

„Ovys“ Algorithmus basiert auf der symptothermalen Methode, die auch unter dem Namen „Natürliche Familienplanung“ (NFP) bekannt ist. Das heißt übersetzt: „Ovy“ wertet neben der Aufwachtemperatur, auch weitere Körpersignale, wie den Zervixschleim oder alternativ den Muttermund aus. Die Nutzerin misst jeden Morgen ihre Basaltemperatur und überträgt die Daten in die „Ovy“-App. Die Berechnung des Zyklus erfolgt dann automatisch.

 

Ist die Methode für jede Frau geeignet?

Grundsätzlich empfehlen wir jeder Frau, sich mit ihrer reproduktiven Gesundheit frühzeitig auseinanderzusetzen, um Entscheidungen bewusst zu treffen. Dazu zählt auch, den eigenen Zyklus zu kennen, wo „Ovy“ zum Einsatz kommt.

 

 

Immer mehr Frauen wenden sich von der hormonellen Verhütung ab und suchen sich alternative Verhütungsmethoden, was denkt ihr woran das liegt?

Ja, das beobachten wir auch und wir waren mit „Ovy“ genau zur richtigen Zeit im Markt, um hier eine Alternative anzubieten. Zum einen liegt es daran, dass die Gesellschaft viel bewusster in Bezug auf die Gesundheit lebt. Wenn ich mehrmals in der Woche ins Fitnessstudio gehe und mich vegan ernähre, dann will ich meinen Körper auch nicht mit Hormonen belasten – mal überspitzt ausgedrückt. Außerdem haben die Medien einen großen Einfluss ausgeübt und über Nebeneffekte aufgeklärt.  

 

Wie ist es für euch als Schwestern zusammen zu arbeiten?

Es ist das Beste! Es gibt keine Person auf der Welt, der man so vertraut, wie seiner eigenen Schwester. Wir achten darauf, dass wir uns nicht zu sehr assimilieren und daher ist es wichtig, dass man auch mal ein Wochenende komplett getrennt voneinander verbringt, obwohl wir dann in der Regel eine Whatsapp Standleitung haben.

 

Welche Tipps würdet ihr anderen Frauen geben, die ebenfalls daran denken ein Unternehmen zu gründen?

Überlegt vorher, ob ihr bereit seid, viele Rückschläge hinzunehmen - ein Unternehmen aufzubauen, ist brutal. Seid bereit auf Freizeit und ein sicheres Einkommen zu verzichten. Sucht euch eine Co-Founderin, die euch ergänzt – also Dinge abdecken kann, die ihr nicht könnt. Und: Versprecht in den Medien nichts, was ihr nicht halten könnt!

 

Habt ihr schon neue Zukunftspläne für euer Start-up?

Ja, wir sprudeln vor Ideen! Unser größter Milestone für 2018 ist unser „Ovy Bluetooth Thermometer“, das dann endlich auf den Markt kommt und natürlich die ständige Weiterentwicklung der „Ovy“ App.

 

 

Alle Infos zur "Ovy" bekommt Ihr unter: www.ovyapp.com

Hier findet Ihr "Ovy" bei Facebook und Instagram

 

Interview: Susanna Sapiains Valencia, Fotos: Ovy