Ester Beumer

Den Traum vom eigenen Taschenlabel hat sich Ester Beumer mit ihrer Brand „Kiezmärchen“ erfüllt. Im Interview verrät uns die 36-Jährige, wie sie es geschafft hat, ihre Taschen-Kollektion aufzubauen, wo sie neue Inspirationen findet und warum ihr das Thema Nachhaltigkeit ganz besonders am Herzen liegt…

 

Mit „Kiezmärchen“ hast du dein eigenes Label gegründet, wie kam es dazu?

Ich bin von Beruf Schneiderin und Schnittdirektrice. Vor meiner Selbstständigkeit und vor der Gründung von „Kiezmärchen“ war ich als Schnittdirektrice im Show- und Musical-Bereich fest angestellt. Während dieser Zeit habe ich immer mal wieder kleine Geldbörsen, Armbänder oder Schlüsselanhänger designt und gefertigt, die ich auch schon unter dem Labelnamen „Kiezmärchen“ hier und da verkaufte oder Freunden und Verwandten schenkte. Es handelte sich dabei aber um keine wirkliche Kollektion sondern meistens um Einzelstücke. Es war mehr der Spaß an der Freude, der mich antrieb, bis ich den Entschluss fasste mich als Schnittdirektrice selbstständig zu machen. Denn direkt am Anfang meiner Selbstständigkeit traf ich durch Zufall auf einer Messe meinen jetzigen Ledergroßhändler, der unter anderem dieses unglaublich tolle Metallic-Leder anbot. Ich war so begeistert von der Qualität und den Farben dieses Leders, dass ich unbedingt einen Rucksack daraus haben wollte. Diese Idee ließ mich gar nicht mehr los und so designte und entwickelte ich meine erste Ledertasche bzw. den ersten Crossbody-Rucksack.

 

Was so einfach und nett klingt, war ganz schön aufregend für mich, da ich keine wirklich großen Erfahrungen in der Lederverarbeitung hatte. Ich hatte zwar eine feste Vorstellung im Kopf, wie der Rucksack aussehen sollte, aber auch ein bisschen Angst, es zu versemmeln,  gutes Leder ist ja auch nicht gerade günstig. Deshalb liebe ich mein erstes Modell, den petrol-silbernem Rucksack , der übrigens immer noch in ständigem Gebrauch ist, ganz besonders.

 

Bei meinen Freunden und Bekannten kam das neue Stück genauso super an und das Entwerfen und Entwickeln machte mir so viel Spaß, dass ich mich entschied, neben meiner Selbständigkeit als Schnittdirektrice, eine komplette Kollektion zu designen, diese selbst zu produzieren und einen eigenen Onlineshop aufzubauen, was natürlich noch viel aufregender war!

 

So gesehen war der petrol-silberne Crossbody-Rucksack der eigentliche Start von „Kiezmärchen“, da durch Ihn eine ganze Kollektion entstand und er „Kiezmärchen“ erst eine Richtung gab.

 


 

Warum hast du dich auf Taschen, Rucksäcke und Co. spezialisiert?

Grundsätzlich hatte ich schon immer einen Faible für Taschen. Denn mit einer schönen und hochwertigen Tasche lässt sich nahezu jedes Outfit aufwerten, ergänzen oder verändern. Meistens waren es die Highend- Modelle, die mir besonders gut gefielen, ich mir aber nicht leisten konnte.

Die Idee, meine eigenen Taschen zu entwerfen und zu entwickeln kam dann wie gesagt durch den Crossbody-Rucksack aus diesem besonderen Metallicleder, den ich anfangs ja eigentlich nur für mich gemacht habe. Ich entdeckte bei meinem Lederhändler noch weiteres tolles, besonders weiches und vor allem ökologisch gegerbtes Leder, was mein Herz hüpfen ließ. 

Zudem ist mir die Nachhaltigkeit von Produkten sehr wichtig und meine Taschen werden durch Ihr tolles Leder nicht älter, sondern noch schöner und bekommen einen ganz eigenen Charakter.

 

Was hat dir bei der Label-Gründung besonders geholfen und was war schwierig?

Geholfen haben mir bei der Label-Gründung vor allem mein Freund, meine Mutter und all die Freunde und Menschen, die an mich und meine Taschen glauben, worauf ich sehr stolz bin. Denn sie haben mich immer darin bestärkt, neben meiner Selbstständigkeit als Schnittdirektrice das Label „Kiezmärchen“ zu gründen und mir damit auch ein zweites berufliches Standbein aufzubauen.

Natürlich ist es manchmal ein bisschen schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen und beidem gleichermaßen gerecht zu werden. Trotzdem möchte ich mich nicht für das eine und somit gegen das andere entscheiden, da ich beides sehr liebe!

Eine weitere Herausforderung war anfangs auch die Verarbeitung des Leders für mich, die ich mir erst aneignen musste.

 

 

Wolltest du schon immer Designerin werden?

Ja und Nein. Bei mir war tatsächlich schon von klein auf klar, dass ich in diese Berufsrichtung gehe, da ich mich seit ich denken kann, schon immer für Mode und Accessoires interessiert habe. Als kleines Mädchen habe ich aus den alten Krawatten meines Papas neue Kleider für meine Barbies gemacht und aus Bastelkarton eine passende Handtasche dazu gebastelt. Noch mehr als das Designen hat mich allerdings immer interessiert, wie man seine Ideen umsetzt und wie die Sachen entstehen. Deshalb wollte ich unbedingt Schneiderin und Schnittdirektrice werden, denn mich fasziniert es noch heute, wie aus einem großen Stück Stoff ein tolles Kleid wird und aus einer Lederhaut eine schöne Tasche. Denn auch wenn ich weiß wie es geht und ich meine Taschen ja auch selbst entwickle und produziere, ist und bleibt es oft ein kleines Wunder für mich.

 

Was steckt hinter dem Namen "Kiezmärchen"?

Der Name Kiezmärchen gefällt mir weil ich Gegensätze liebe, so auch die Gegensätze in diesem Namen.

Ein bisschen Prinzessin steckt doch in fast jeder Frau, aber auch etwas Wildes und Rockiges.

Ich liebe es beispielsweise, eine schöne elegante Tasche zu einem Outfit mit zerrissener Jeans und Schlabberpulli zu kombinieren. Dadurch wirkt das Outfit gleich gestylt. Das eine schließt das andere nicht aus, alles ist erlaubt, jeder wir er mag! Deshalb auch der Satz auf meiner Website „be your own kind of beautiful“, habe deine eigene Art, schön zu sein!

 

Was macht dein Label aus?

Mein Label macht das individuelle Design meiner Taschen und sein hochwertiges Leder aus, das zum einen Teil aus Deutschland und zum anderen Teil aus Zentral Europa kommt. Meine Taschen sind nachhaltig, werden nicht älter, sondern noch schöner und bekommen einen ganz eigenen Charakter. Sie sind ein ständiger Begleiter, der sich keinem kurzlebigem Trend unterwirft. Jede Tasche wird mit viel Liebe und Herzblut in Hamburg handgefertigt und ist somit keine Massenware.

 


 

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Taschen, Taschen, Taschen! Ich möchte wie bisher noch viele weitere schöne und auch funktionale Modelle entwickeln und definitiv kreativ arbeiten. Ich möchte den Frauen, die meine Taschen kaufen, ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn sie das Paket öffnen und ihre neue Lieblingstasche in den Händen halten. Denn das macht dann auch mich glücklich.

Zur Zeit bin ich auf der Suche nach einem geeignetem Produzenten (sehr gerne in Deutschland ), der meine Taschen in der gleichen Qualität und mit genauso viel Liebe und Leidenschaft fertigt, damit ich mich noch mehr auf das Designen und Entwickeln von neuen Modellen konzentrieren kann.

 

Wo können wir deine Taschen und Accessoires kaufen?

Ihr könnt meine Taschen in meinem eigenen Onlineshop auf www.kiezmärchen.com und auf www.showroom.de finden bzw. kaufen. Einige ausgewählte Modelle sind zudem auch bei „Avanti Schuhe“ im Ostertorsteinweg 16, in Bremen erhältlich.

 

 

 

Alle Infos zu "Kiezmärchen" bekommt Ihr unter: www.kiezmärchen.com

 Hier findet Ihr "Kiezmärchen" bei Facebook und bei Instagram

 

 

 

PSSSST: Mit etwas Glück, könnt Ihr das Icon-Piece der "Kiezmärchen-Kollektion", den petrol-silbernen Crossbody-Rucksack gewinnen! Hier geht’s zu unserer Verlosung!

 

Redaktion: Susanna Sapiains Valencia; Fotos: Kiezmärchen