Danaja Vegelj

Mode und noch vieles mehr! Im Store „Uzwei“ ist jeder Besuch ein Erlebnis, dafür sorgt Creative Director Danaja Vegelj. Die 31-Jährige verbindet Fashion mit Kunst, Musik und zeitgenössischer Kultur in der Hamburger City. Im Interview verrät sie uns, was ihre Arbeit so aufregend macht, welche Fähigkeiten in ihrem Job ein Muss sind und was Mode für sie bedeutet …

 

Du bist Creative Director bei „Uzwei“, wie sieht Dein Arbeitsalltag aus?

Es kommt wirklich auf die Phase der Saison an, in der wir uns gerade befinden. Im Januar, März, Juni und Oktober sind wir auf Einkaufsreisen, der Rest ist Konzept, Entwicklung, Event Planung und Umsetzung. Mein Job bei „Uzwei“ ist es die Identität des Stores „zu lenken“, neue Inspiration einzubringen und den Store mit Leuten zu verbinden, die wir bewundern. Einen Großteil meiner Energie stecke ich in das Kreieren einer „real life“-Erfahrung, teilweise durch Events, teilweise durch die Kollektionen, die wir präsentieren und die Art und Weise WIE wir sie präsentieren. Um die Frage zu beantworten: Ich denke an einem typischen Tag als Creative Director geht man auf Reisen, entdeckt neue Geschichten, Galerien, trifft interessante Leute, alles was den Horizont erweitert und mir erlaubt innovative Konzepte zu kreieren.

 

Welche Skills sollte man in Deinem Job auf jeden Fall haben?

Der wichtigste Skill: Gute soziale Kontakte! Zweitens: es ist absolut notwendig aufgeschlossen zu sein und über den Tellerrand hinauszuschauen und Interessen über die Modewelt hinaus zu haben – Kunst, Musik, zeitgemäße Kultur. 

Als wir das Event mit Alexa Chung im September veranstalteten, haben wir versucht etwas Neues, Anderes zu machen, womit die Leute nicht rechnen – etwas Großartiges und Aufregendes. Daher haben wir uns für eine Location und ein Format entschieden, welches nicht erwartet wurde. Es hat funktioniert. Um es in einen Satz zu definieren: Ein Creative Director muss inspiriert sein und andere inspirieren – Punkt.

 

Was hast Du vor „Uzwei“ gemacht?

 Viele, viele verschiedene Sachen. Ich bin von Beruf her Journalistin und habe einen Master in Soziologie. Meine Liebesaffäre mit der Mode begann mit dem Schreiben. Ich habe außerdem für diverse internationale Magazine als Stylistin gearbeitet, hatte eine Zeit lang meine eigene TV- Show und landete letztendlich bei Agent Provocateur, eine Lingerie Marke, die von Vivien Westwood’s Sohn Joe Corre gegründet wurde. Da blieb ich für einige Jahre. Es war sehr Rock’n’roll.

 


 

Was macht „Uzwei“ besonders?

Die Tatsache, dass es vielmehr ein Editorial Store als ein Concept Store ist. Wir vergleichen „Uzwei“ mit einem guten Magazin, das die Meinung und das ästhetische Bestreben der Redakteure widerspiegelt. Außerdem möchten wir immer wieder etwas Neues anbieten, ob es die neue vielversprechende Fashion Marke (Unser ‚avantgarde’ Portfolio wächst stetig, wir waren die ersten die „Jacquemus“, „Rokh“, „Magda Butrym“ etc. nach Hamburg gebracht haben), unsere Fine Jewellery Selektion (welche auf dem deutschen Markt so einmalig ist), die neuesten Gourmet Entdeckungen oder einfach die Erfahrungen durch die ganzen Events, die hier stattfinden.

 

Du hast viel mit Mode zu tun, was macht Mode für dich einzigartig und gibt es eine Stilrichtung, die dir besonders gut gefällt?

Ich liebe Mode, habe ich schon immer. Ich muss dazu sagen, dass ich Mode aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachte: erstens aus kreativer Sicht (Designer sind diese unglaublich kreativen Menschen, die von einer Saison zur nächsten Saison, unsere Sicht der Schönheit neu definieren) und zweitens aus soziologischer Sicht (das ist meine pädagogische Deformation, wobei ich Mode als sehr starkes Kommunikationselement betrachte). Ich bewundere Designer dafür, dass sie es geschafft haben, Mode über Kultur zu machen und diese in unseren täglichen Leben zu integrieren, daher (vielleicht nicht unerwartet) fällt die Wahl meines Styles immer irgendwo zwischen Céline (maskulin, strukturiert, unfertig) und Saint Laurent (edgy, sexy, raw).

 

Was machst du in deiner Freizeit?

Ich lese, vorzugsweise Joan Didion. Ich schreibe, manchmal Aufsätze, manchmal Buchkritiken. Ich reise, manchmal für die Arbeit, manchmal um meine Freunde zu sehen und manchmal einfach um den Alltag zu entfliehen. Oh und ich liebe Musik, insbesondere Konzerte. Vor kurzem habe ich mir wieder Nick Cave angeschaut und „The National“, beide waren brillant.

 

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Hast du einen Lieblingsort in Hamburg?

Planten und Blomen, besonders das Japanische Tee Haus. Ich liebe es dort sonntags Morgen in der Früh hinzugehen. Es ist eines der Orte, die fast meditativ sind – es ist so aus dem Zusammenhang gerissen, das kleine Stückchen Japan in Hamburg, aber vielleicht ist das der Grund, warum ich es so liebe: wegen dem Widerspruch.

 

Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich muss ein Buch mit Kurzgeschichten schreiben, welche eine Ansammlung meines  nomadischen Lifestyles widerspiegelt (Sieben Geschichten, über die wichtigsten sieben Städte in meinem Leben: Hamburg, Berlin, Los Angeles, Paris, London, Kopenhagen und Ljubljana, wo ich geboren wurde). Aber ernsthaft, ich habe einen Vertrag mit einem Verlagshaus unterschrieben, also wird es langsam Zeit, dass ich das Thema angehe. Ich denke, dass irgendwann die Zeit kommt, etwas Sonne zu tanken. So doll ich Hamburg auch liebe, mein Vitamin D Level hat den Tiefpunkt erreicht, also muss ich dringend was dagegen machen (lacht).

 

In Bezug auf „Uzwei“: Wir werden mit „Balenciaga“ arbeiten, etwas worüber wir sehr aufgeregt sind. Wir planen außerdem ein Event mit Beautyexpertin Dr. Barbara Sturm und einige Pop-ups, die „Uzwei“ Publicity auf dem internationalen Markt bringen werden. 

 

 

Mehr Informationen zu "Uzwei" bekommt Ihr unter uzwei.de

 

Hier findet Ihr "Uzwei" bei Facebook und bei Instagram

 

Foto: Sylvie Haghjoo, Redaktion: Susanna Sapiains Valencia