Cornelia Paul

Eine Frau für alle Lebenslagen! Egal ob Jobwechsel, Selbständigkeit oder Elternzeit – seit 2015 steht Coach Cornelia Paul uns beratend zur Seite, wenn es um die großen und kleinen Fragen im Leben geht. Im Interview verrät uns die 50-jährige Powerfrau, in welcher Lebenssituation ein Coaching sinnvoll ist, mit welchen Hindernissen besonders Frauen im Job zu kämpfen haben und wie man den Weg in die Selbständigkeit erfolgreich meistert…

 

 

 

Sie haben vorher sowohl im Vertrieb, als auch in Marketing und Organisation gearbeitet. Wie kamen Sie dazu, sich 2015 als Coach selbstständig zu machen?

Ich stand damals an einer Schnittstelle meines Lebens: Nach vielen Jahren in der Gastronomie, verschiedenen herausfordernden Bürojobs, einer schönen Elternzeit mit meiner Tochter, mehreren Umzügen und schließlich einem Vollzeitjob als Geschäftsführerin eines kleinen Modelabels, wollte ich eine ganz neue Richtung einschlagen. Ich habe viel erlebt in meinem Berufsleben, viel ausprobiert. Vieles ist mir geglückt, einiges auch nicht. Diese Erfahrungen sind wertvoll – und ich wollte sie für andere nutzbar machen. So kam ich auf die Idee, Coach zu werden. Ich machte eine Ausbildung zum Coach nach der Neuen Hamburger Schule und erwarb eine Zusatzqualifikation als Motivations-Potenzial-Analyse-Expertin. Mein beruflicher Background hilft mir heute übrigens sehr bei meiner Arbeit. Da ich die verschiedenen Seiten der Arbeitswelt kenne, weiß ich genau, wovon meine Klientinnen sprechen, wenn sie zu mir kommen. Ich kenne die typischen Herausforderungen und Stolpersteine im Job und im Leben.

 

Worum geht es bei Ihrem Coaching-Ansatz?

Das Systemische Management Coaching ist ein Coachingansatz der Neuen Hamburger Schule. Diese begreift Coaching als Handwerk, das logisch begründbar, wissenschaftlich geleitet und evaluierbar ist. Die MotivationsPotenzialAnalyse, kurz MPA, ist die Basis meiner Frauen-Coachings und ein recht neues Coaching-Tool. Sie misst unsere Emotionen und zeigt, was uns wirklich antreibt. Welche individuellen Motive liegen unserem Handeln zugrunde? Und welche Kraft, also welches Potenzial, haben sie? Motive sind in unserer Persönlichkeit verankerte Beweggründe für unser Verhalten: Sie beeinflussen unser Leben, was wir tun, unsere Wahrnehmung und Kommunikation. Je stärker ein Motiv ist, desto mehr Energie stellt es uns zur Verfügung und wird sich dementsprechend auch in vielen Lebensbereichen in unterschiedlichem Verhalten zeigen. Motivation ist Emotion. Und Entscheidungen, die im Einklang mit Motiven getroffen werden, sind einfach besser.

 

In welchen Lebenssituationen kann ein Coaching weiterhelfen?

In ganz vielen. Zum Beispiel, wenn sich der Wunsch nach einer Veränderung ankündigt. Wenn man sich beruflich umorientieren will, aber unsicher ist, in welche Richtung es gehen soll, nicht weiß, ob man wirklich bereit für etwas Neues ist und sich wirklich trauen sollte. Wenn man sich selbstständig machen möchte und sich fragt: Bin ich wirklich der Typ dafür? Oder wenn die Elternzeit zu Ende geht. Viele Mütter zweifeln dann, ob der alte Job noch zu ihnen und ihrer neuen Rolle als Mutter passt. Aber auch Frauen, die neu in einer Führungsposition sind und sich vielleicht manchmal sprachlos fühlen oder allen, die ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit suchen, kann ein Coaching und der geschulte, unvoreingenommene Blick von außen helfen.

 

 

Was macht einen guten Coach aus?

Zuallererst: Die Chemie muss stimmen. Ein Coach und sein Klient arbeiten an sensiblen Themen, da muss es menschlich passen. Ein guter Coach bewegt sich zudem jederzeit auf Augenhöhe, ist verständnisvoll, zeigt Stärke und hat Weitblick. Er urteilt nicht, sondern begleitet und unterstützt seine Klienten auf ihrer Reise hin zu ihrem stärkeren Selbst. Und natürlich muss er oder sie die nötigen fachlichen Kompetenzen mitbringen und das fachliche Angebot muss zu der individuellen Frage des Klienten passen.

 

Auf dem Arbeitsmarkt sind Frauen in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert. Sie unterstützen mit Ihrem Frauen-Coaching insbesondere Frauen bei der beruflichen Weiterentwicklung. Mit welchen Hindernissen sehen sich vor allem Frauen im Beruf häufiger konfrontiert als Männer und welche Unterstützung kann ein Coaching dabei leisten?

Die größte Hürde ist immer noch die berühmte „gläserne Decke“. Und sicherlich auch die Tatsache, dass Männer lieber unter sich bleiben, uns in Businessfragen oft ausschließen. Wenn Frauen Führungspositionen angetragen werden, dann überlegen sie außerdem häufig lange (manchmal zu lange!), ob sie diese annehmen sollten. Bin ich dazu bereit? Habe ich alle Qualifikationen? Bin ich mir wirklich sicher? Die Mentalität des „einfach mal machen“, die viele Männer haben, fehlt. Genau da komme ich als Coach ins Spiel. Ich zeige den Frauen, wo ihre Stärken liegen, mache ihnen bewusst, welche Potenziale sie in sich tragen. Wir besprechen alle Konsequenzen einer Entscheidung. Was kann im schlimmsten Fall passieren? Das macht stark und selbstbewusst, bringt Klarheit und auch Sprachfähigkeit. Plötzlich können sie sagen, was sie brauchen, sich besser durchsetzen und behaupten. Ich bin auch ein großer Fan von Mentoren. Sich jemanden an die Seite zu holen, der einen noch mal anders unterstützt als ein Coach, ein Sparringspartner auf fachlicher Ebene, das ist ganz wertvoll.

 

 

Gibt es eine Coaching-Erfolgsgeschichte auf die Sie besonders stolz sind?

Ich bin wirklich auf jede einzelne Klientin stolz. Jede Frau hat sich verändert und ist nach dem Coaching zielstrebig ihren Weg gegangen. Wenn der Knoten platzt und ich merke, wie die Frauen plötzlich Power kriegen und loslaufen, dann weiß ich, dass ich einen guten Job gemacht habe. Auf meiner Website stelle ich jeden Monat eine dieser Frauen vor. Da gibt es viele inspirierende Geschichten. Es lohnt sich, mal vorbeizuschauen!

 

Sie sind Mutter einer Tochter. Welche Tipps haben Sie für Mütter, die den Weg in die Selbständigkeit planen?

Die erste Herausforderung besteht darin, aus vielen kleinen Geistesblitzen, Ideen und manchem Hirngespinst, eine wirklich gute Idee zu filtern. Ist mein Traum realistisch umsetzbar? Was kann ich anbieten? Was ist daran das Besondere? Was und wen brauche ich, um diese Idee in ein Business zu verwandeln? Kann ich damit Geld verdienen? Wie kriege ich meine Familie und die Selbstständigkeit unter einen Hut? Dieser Prozess kann dauern. Und das ist auch gar nicht schlimm. Im Gegenteil: Ich denke, dass es ganz wichtig ist, sich Zeit zu lassen. Erst wenn man genau weiß, was man machen möchte, sollte es losgehen. Eine der wichtigsten Fragen, die man sich stellen sollte, ist außerdem die nach dem Warum. WARUM will ich selbstständig sein? Die Antwort darauf ist elementar. Wenn es dann losgeht, ist Netzwerken ein wichtiger Punkt, den viele nicht ernst genug nehmen. Und ich rate sehr dazu, alles abzugeben, in dem man keine Expertin ist. Alles, in das man sich lange einarbeiten muss, das einem aber gar nicht liegt und nur Zeit, Energie und letzten Endes Geld kostet.

 

Auf welche Unterstützung haben Sie auf dem Weg in die Selbständigkeit selbst zurückgegriffen? Mit welchen Schwierigkeiten waren Sie konfrontiert?

Bei beiden Selbstständigkeiten war und ist mein Ehemann maßgeblich beteiligt – als Sparringspartner und kritischer Hinterfrager. Dazu meine Familie, auch ein paar Freunde als Rückenstärker. Zum Start meiner Ausbildung zum Coach habe ich außerdem dem Netzwerken eine große Priorität gegeben und mein Netzwerk gezielt auf- und ausgebaut. Heute helfe ich damit auch meinen Klientinnen. Ich zeige ihnen, wie sie sichtbarer werden, vernetze sie mit passenden Businesspartnern oder helfe bei der Suche nach Investoren und Mitarbeitern.

 

 

Wie können Sie sich nach einem Arbeitstag am besten entspannen?

Körperliche Bewegung tut mir gut. Am liebsten draußen, bei Wind und Wetter. Ich liebe es, draußen zu schwimmen und mag Nordic Walking. Lange Zeit war auch das Boxen für mich ein toller Ausgleich. Der einzige Sport, wo mein Hirn mal für eine Stunde leer und ausgeschaltet ist. Aber auch mit dem Rad durch Hamburg zu fahren und einfach nur zu schauen finde ich herrlich. Alles gerne ganz alleine. Neben dem Sport sind es die schönen Abende, an denen es nicht um die Arbeit geht. Ein gutes Essen, zu zweit mit meinem Mann, zu dritt mit Kind oder mit den tollen Menschen, die zu meinem engeren Kreis gehören – auch das ist für mich Entspannung pur.

 

Welche Pläne haben Sie mit „Cornelia Paul Coaching“ für die Zukunft?

Na, nichts weniger, als die Welt aus den Angeln zu heben (lacht)! Aber mal im Ernst: Ich möchte so viele Frauen wie nur möglich fit und stark machen. Ich will Weltenweberin sein und helfen, Personen, die zusammenarbeiten sollten, zusammen zu bringen. Ich will mit Cornelia Paul Coaching ganz groß werden. Wie das im Detail aussehen könnte, da sollte ich mir jetzt mal wirklich Gedanken machen. Vielleicht gründe ich eine Agentur mit anderen Coaches? Wer weiß!

 

Weitere Infos zu Cornelia Paul findet Ihr unter: www.cornelia-paul-coaching.de

 

Hier findet Ihr Cornelia Paul bei Facebook und bei Instagram

 

 

 

Fotos: Lilli Lafeld, Unsplash.com