Coco Collmann

Sie hat ihren Traum zum Beruf gemacht! Coco Collmann ist eigentlich Medienfachwirtin und Web-Designerin, macht aber seit einigen Jahren vor allem als Personal Coach und Fitness-Bloggerin von sich reden. Uns hat die 34-Jährige im Interview verraten, wie sie es geschafft hat, aus dem Hobby ihren Job zu machen und mit welchen Motivationstricks wir unseren inneren Schweinehund besiegen können…

 

Du bist Medienfachwirtin und Web-Designerin. Wie kamst du zu deinem Fitness-Blog?

Früher war ich Leistungssportlerin und habe mit dem Sport aus gesundheitlichen Gründen aufgehört. Als ich dann eines Tages ein Foto von mir gesehen habe, wusste ich, ich muss wieder etwas ändern. Ich hatte mich selbst total aus den Augen verloren. Um mich zu motivieren, habe ich mit dem Schreiben angefangen. So begann eine, mir damals noch nicht bewusste, schöne Reise.

 

Wie sieht deine tägliche Morgenroutine aus?

Momentan starte ich in den Tag mit einer Kirtan Kriya Meditation. Das hilft mir enorm, meine Gedanken schon am Morgen zu sortieren und entspannt in den Tag zu starten. Danach trinke ich immer einen Kaffee, den ich vor der Meditation schon bereitgestellt habe und der somit die perfekte Trinktemperatur hat. Vorbereitung ist alles. Abschließend nehme ich mir noch Zeit für eine Mobility Einheit, damit auch mein Körper und nicht nur mein Geist entspannt in den Tag starten kann.

Aber nicht jeden Tag fühle ich mich nach dieser Routine, und dann kommt es auch mal vor, dass ich mich einfach zu meinem Hund aufs Sofa lege und den Morgen mit Kuscheln verbringe. Das beruhigt auch ungemein. Wichtig ist mir einfach die „Me Time“.

 

Welche Tipps hast du für Sportmuffel und Fitnesseinsteiger, um den inneren Schweinehund zu überwinden?

Gerade wenn man das Gefühl hat, dass das Sofa eine besondere Anziehungskraft hat oder man zu Ausreden neigt, um sich selbst zu beschwichtigen, hilft die „3,2,1 GO“ Methode. Wenn du dich dabei ertappst, im Kopf Ausreden zu suchen, sage laut: „3,2,1 GO!“ und stehe im selben Moment auf. Natürlich hilft es auch, sich seine Sporteinheit morgens in seine Routine einzubauen und die Sportklamotten abends schon bereit zu legen, um direkt starten zu können. Da muss jeder sehen, was für ihn besser funktioniert. Vielleicht ja auch ein Mix aus beidem.

Was aus meiner Sicht meistens auf Dauer nicht gut funktioniert, ist, wenn man seine Einheiten von anderen abhängig macht. Wenn nämlich dein Sportpartner mal nicht kann, ist eine Ausrede noch schneller gefunden. Da gilt es dann gleich, die Motivation für zwei aufzubringen. Tu’ es für dich!

 

 

Du hast neben dem Sport noch eine zweite Passion: 2016 hast du bei der Sky-Kochshow „MasterChef“ den sechsten Platz belegt und bist auch privat leidenschaftliche Paleo-Köchin und Whisky-Liebhaberin. Wie schafft man es, sich gesund zu ernähren, ohne dass dabei der Genuss zu kurz kommt?

Balance is the key. Ich bin kein Fan von Extremen und Kastei. Bei all meinen Leidenschaften, sei es Whisky, Gesundes – vor allem – genussvolles Essen und Sport sowie Meditation, geht es im Grunde um das Gleiche: Im Detail hinzuschauen. Alle diese Themen sind so facettenreich. Die Frage ist immer, „was“ nehme ich „wie“ wahr.

Mein eigenes Credo in puncto Ernährung ist, ich esse worauf ich Lust habe. Da ich nur wenig Zucker konsumiere, sagt mein Körper mir, was er braucht, und das ist meistens gesund. Ich koche jeden Tag frisch, was es natürlich noch einfacher macht, mich größtenteils gesund zu ernähren. Und abends gibt es dann gerne Mal ein Gläschen Whisky und ab und an brauche ich auch mal ein Becher "Ben&Jerrys". Das wichtige ist in meinen Augen: Genieße alles und fühle dich nicht schlecht, wenn du etwas isst oder trinkst. Tu’ es bewusst!

 

Hast du ein Lieblingsrezept, das sich besonders an diejenigen richtet, die berufsbedingt wenig Zeit haben, sich ausgeglichen und gesund zu ernähren?

Wenn ich koche, stehe ich im Schnitt 15-20 min. in der Küche. Mir ist es wichtig, dass die Zubereitung von gutem Essen nicht lange dauert, da ich selbst wenig Zeit habe. Mein momentaner Favorit: Bowls

Reis oder Quinoa kochen, 2-3 Gemüsesorten deiner Wahl (z.B. Rote Beete, Brokkoli, Avocado, Kichererbsen, frische Gurke), Fleisch oder Tofu oder nix, frischer Koriander und Frühlingszwiebeln, Sojasoße, und wenn man mag noch Cashewkerne oder Sesam. Alles einfach zusammen in eine Schüssel, fertig! Die kann man gut vorbereiten, mitnehmen und sie schmecken auch kalt.

Und für einen süßen Snack zwischendurch mag ich super gerne Paleo Müsliriegel. Die sind innerhalb von 7 min. fertig und halten sich ein paar Tage.

 

Anfang März 2019 startest du zusammen mit Freundin und Trainer-Kollegin Alina Preis das "mindFUNC"-Retreat in Kapstadt. Was versteht man unter "mindFUNC" und auf was dürfen sich die Teilnehmerinnen in Südafrika freuen?

Bei dem "mindFUNC"-Konzept geht es um einen bewussteren Umgang mit bzw. Vermeidung von Stress im Alltag und diesen rechtzeitig zu erkennen, um nicht in eine Abwärtsspirale der Emotionen zu geraten, wie es in unserer Gesellschaft mittlerweile sehr üblich ist. Höher, schneller weiter. Das erzeugt Druck, mit dem viele nicht  umzugehen wissen.

Durch ein einleitendes positives Mindset gefolgt von einem intensiven Workout, das sowohl Hoch Intensive Intervall Training aber auch eine ausgiebige Mobility Einheit beinhalten kann, wird Body und Mind herausgefordert und energetisch entladen. Die Übungen sind so aufgebaut, das der Körper ideal auf den darauf folgenden Flow vorbereitet wird, um dann in die Tiefenentspannung gehen zu können, das Ganze begleitet von coolen Betas, um bewusster und gestärkter in den Alltag zu starten. Wichtig sind auch die Tools, die ich in den Sessions mit an die Hand gebe, um das ganze auch für sich weiter zu praktizieren.

  

 

Als Mind & Body Coach geht es dir ja vor allem um einen ganzheitlichen Trainingsansatz für Körper und Seele. Welche Vorteile hat diese Art von Training?

Der Vorteil dabei ist, dass wir uns nicht auf eine Sache reduzieren. Wir sind mehr als nur unser Körper. Wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind, können wir besser verstehen, wie wir ticken. Ich arbeite sowohl mit Klienten, die ein sportliches Ziel haben und beispielsweise den nächsten Marathon schneller laufen möchten, aber auch mit Klienten, die einfach entspannter mit Sport umgehen möchten und keinen Leistungsdruck mehr verspüren möchten, wenn sie Laufen gehen. Egal was das Ziel meines Klienten ist, ich bringe alle Aspekte zusammen im Training ein, um ihnen ein bewussteres Ich mitzugeben.

Ich war selbst früher Leistungssportlerin in der NFL-Europe als Tänzerin. Irgendwann hatte ich den Spaß an der Sache aus den Augen verloren und wollte nur noch abliefern. Dabei habe ich die Anzeichen meines Körpers außer Acht gelassen und habe mich selbst bis zum Bandscheibenvorfall getanzt. Hinzu kommt meine eigene Erfahrung eines Burn Outs vor 10 Jahren, mit gerade mal 24 Jahren. Zu oft und zu lange war ich nur mit einem Aspekt meines Ichs beschäftigt oder war nur im Außen und habe einem Ideal nachgeeifert ohne auf mein Inneres zu hören. Durch diese und noch andere Erfahrungen habe ich gelernt, Body, Mind & Soul in Einklang zu bringen und mein Gleichgewicht zu finden. Genau das gebe ich an meine Klienten weiter.

 

Warum habt ihr euch für euer Retreat gerade für Südafrika entschieden? Was begeistert dich an Kapstadt?

Wer schonmal in Kapstadt war, der wird es sofort verstehen. Diese Stadt, dieses Land, trägt eine gewisse Magie in sich. Hinzu kommt die atemberaubende Natur und die Tierwelt, die man trotz Stadtleben direkt vor der Tür hat: Das Meer, Strände, Berge und natürlich die Big 5. Gutes Essen, gute Weine – einfach ein rundum ausgeglichener Lifestyle.

 

Auf deinem Blog thematisierst du auch persönliche Themen, wie den Umgang mit dem eigenen Ich, Ängsten und Zweifeln. Wie waren die Reaktionen in den sozialen Netzwerken und was möchtest du deinen Followern mit auf den Weg geben?

Bei meinem ersten so persönlichen Beitrag war ich sehr aufgeregt, diesen zu veröffentlichen. Es war ein Beitrag über meine damalige Burn-Out-Erfahrung. Doch neben wenigen Zweiflern, die mir gesagt haben: Glaubst du nicht, es kann hinderlich sein, so offen mit deiner Psyche umzugehen? Das zeigt ja Schwächen und könnte dir bei deiner Jobwahl vielleicht mal entgegenschlagen.

Aber das sind deren Ängste und Zweifel. Nicht meine. Das habe ich gelernt. Dazu kommt, 95% der Reaktionen waren positiv. Viele finden sich wieder in meinen Worten und teilen sich mit. Suchen das Gespräch.

Das Schöne ist, wir sind nicht alleine. Und gerade Gedanken und Gefühle wie Ängste und Zweifel in Bezug auf einen selbst, psychische Krankheiten, sogenannte Schwächen, sind noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Es ist an der Zeit, dass wir uns öffnen und nicht versuchen, alleine damit klarzukommen oder es gar versuchen zu unterdrücken.

 

 

Weitere Infos zu Coco Collmann findet Ihr unter: coco-collmann.de

 

Hier findet Ihr Coco Collmann bei Facebook und bei Instagram

 

 

 

Fotos: Privat