Antonia Stinnes

Sieben Leben: Schmuckdesignerin Antonia Stinnes designt nicht nur handgemachte Schmuckstücke für ihr Label „Antonia’s Jewelry“ , sondern hat auch schon als Assistentin in der Herzchirugie und als Journalistin gearbeitet. Wir sprechen mit der 45-jährigen Hamburgerin über bunte Lebensläufe, ihren Arbeitsalltag als Schmuckdesignerin und lassen uns verraten, wie man sein Hobby zum Beruf macht… 

 

Projekt-Koordinatorin, chirurgische Assistentin bei Herz OPs, Schmuckdesignerin: Dein Lebenslauf beinhaltet so viele unterschiedliche Bereiche, dass es beinahe für drei Leben reichen würde. Wie kam es dazu?

Es stimmt, mein Lebenslauf ist recht bunt. Ich finde das toll und könnte sofort mindestens drei weitere Dinge aufzählen, die mich auch sehr interessieren würden. Es gibt so viele spannende Berufe, ich würde gerne immer wieder Neues lernen und ausprobieren. 

Eine Zeit lang dachte ich, die Medienwelt und Journalismus wären für mich richtig. Ich habe Sprachen studiert, aber schnell gemerkt, dass mir Medizin viel besser gefallen würde. Leider bin ich diesem Wunsch damals nicht gefolgt. 

Glückliche Umstände haben dazu geführt, dass ich später doch im medizinischen Bereich gelandet bin. Zehn Jahre habe ich im Albertinen-Krankenhaus in Hamburg zunächst als Assistentin in der Herzchirurgie gearbeitet und danach als Koordinatorin für das Hilfsprojekt “Herzbrücke“. 

Diesem Projekt habe ich mich sehr gerne über viele Jahre gewidmet, doch es war noch einmal Zeit für etwas komplett Neues: Schmuckdesign. Schon als kleines Mädchen hat mich Schmuck fasziniert und ich konnte an keinem Schmuckladen vorbeigehen, ohne stehenzubleiben. Das hat sich bis heute nicht geändert. 

 

Woher kommt deine Begeisterung für das Handwerk Schmuckdesign?

Irgendwann wollte ich meine eigenen Ideen verwirklichen und selber Schmuck herstellen. Ich belegte Goldschmiedekurse, richtete mir zu Hause einen Werktisch ein und feilte an meinen Fertigkeiten. So ging das einige Jahre. 

Ich arbeite sehr gerne mit den Händen, es entspannt, ich kann abschalten und bin konzentriert. Wenn dabei auch noch etwas Schönes entsteht, ist das ein tolles Gefühl. 

 

Wie entstand die Idee, aus deinem Hobby einen Beruf zu machen?

Zunächst habe ich nur für mich, meine Familie und Freunde Schmuck angefertigt. Die Anfragen nach meinem Schmuck häuften sich, sodass der Schritt, mein Hobby zu professionalisieren, nahe lag.

 

 

Woher nimmst du die Inspiration für neue Designs?

Die Formen, die mir gefallen, sind klassisch, es sind Sterne, Herzen, Schmetterlinge, Kreuze etc…

Sie bekommen meine persönliche Handschrift dadurch, dass ich sie eigenhändig säge und modelliere. Mein Schmuck ist sehr filigran und fein. 

Mir ist wichtig, dass das Handgemachte zu sehen ist. Ich mache nur Dinge, die mir auch selber gefallen und die ich tragen würde.

Die meisten Ideen entstehen in meinem Kopf und beim Fertigen.

 

Deine Schmuckstücke sind Unikate und werden in kompletter Handarbeit von dir in Hamburg hergestellt. Was war dir bei der Wahl deiner regionalen Partner wichtig? 

Viele meiner Schmuckstücke sind Unikate, von manchen meiner Motive lasse ich aber auch Gussformen fertigen. So entstehen Rohlinge, die ich von Hand weiterverarbeite. Dadurch wird jedes Schmuckstück individuell, auch wenn es sich um die gleiche Form handelt.

Die Steine lasse ich fassen. Am Schluss werden die Schmuckstücke vergoldet, beides in Hamburg. Die Nähe und die hervorragende Arbeit dieser Partner sind ausschlaggebend für mich. 

Einen kleinen Teil meiner Kollektion habe ich allerdings nach meinem Masterpiece produzieren lassen. Dafür habe ich eine Manufaktur in Bangkok gefunden, mit der ich sehr gut zusammenarbeite. 

 

Dein absolutes Lieblingspiece aus deiner aktuellen Kollektion?

Das ist schwierig. Ich trage eigentlich immer meine lange Kette mit Ronden und dazu noch eine kurze. Da ich mittlerweile eine große Auswahl habe, kann ich meinen Schmuck täglich wechseln. Bei meinen Ohrringen ist es genauso. 

 

 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Den gibt es so nicht. Wenn ich eine bestimmte Idee im Kopf habe, kann es auch sein, dass ich mich nachts an meinen Werktisch setze und so lange arbeite, bis ich zufrieden bin. Ich versuche allerdings, die Vormittage zu nutzen, aber, wie gesagt, manchmal kommen die Ideen eben nicht genau dann, wenn die Zeit zum Arbeiten ideal wäre. Meine Arbeitszeiten richten sich natürlich auch nach den Bedürfnissen meiner Familie. 

Das Einrichten meiner Website und des Onlineshops hat in den letzten Monaten viel Zeit gekostet. Perlenarmbänder webe ich fast täglich.

 

Wenn du nicht gerade Schmuckstücke herstellst: An welchem Ort in Hamburg kannst du am besten abschalten und entspannen?

Mit unserem Hund Pepsi im Wald oder an der Elbe spazieren zu gehen, finde ich herrlich. Am liebsten ohne Handy und Musik. Dabei kann ich gut entspannen und abschalten. 

 

 

 

Mehr zu "Antonia’s Jewelry" bekommt Ihr unter  antonias-jewelry.com

Hier findet Ihr "Antonia’s Jewelry" auf Instagram

 

 

 

Fotos: Privat