Annika de Buhr

Sie gehört zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Fernsehlandschaft: TV-Moderatorin und Journalistin Annika de Buhr moderierte schon etliche Magazine, Nachrichten und Talkrunden im ZDF, bei SPIEGEL TV, bei KabelEins DOKU oder im NDR. Aktuell ist die 46-jährige Wahlhamburgerin Teil des Moderatoren-Teams des NDR Nordmagazins und steht außerdem für German health-tv vor der Kamera. Im Interview verrät uns die Powerfrau, wie man sich in der Medienbranche durchsetzt, welche Begegnungen ihr in ihrer Karriere besonders in Erinnerung geblieben sind und wie sie sich im stressigen Alltag fit hält…

 

Bekannt geworden bist du als Moderatorin der ZDF Heute-Nachrichten und Moderatorin von SPIEGEL TV. Wenn du heute auf deine Anfänge zurückblickst, was sind die wichtigsten Erfahrungen, die du über die Jahre dazugewonnen hast?

Es ist ungemein wichtig, sich treu zu bleiben, an sich zu glauben und den Weg so zu gehen, wie man ihn für richtig hält. Denn zu welchen Leistungen man fähig ist, weiß man oft selbst am besten. Mentoren und Tippgeber haben allerdings auch eine immense Bedeutung, können Karrieren beeinflussen und an überraschenden Entwicklungen mitwirken. Ich versuche, mich an beidem zu orientieren – auf meine innere Stimme zu hören und auch manch gut gemeinten Hinweis von anderen nicht zu überhören. Dass man in meiner Branche gut vernetzt sein sollte, ist mir nicht neu, ich bin ja auch schon eine kleine oder größere Weile dabei. Aber dass ohne Netzwerk im Grunde gar nichts geht, ist mir gerade in letzter Zeit nochmal sehr bewusst geworden.

 

Welche Eigenschaften sollte man in der Medienbranche mitbringen, um Karriere zu machen? 

Gut sind jedenfalls Eigenschaften wie Neugierde, Mut, Hartnäckigkeit, Stressresistenz, Durchhaltevermögen, Widerstandskraft, Flexibilität, was ruhig auch in der Gestalt einer gewissen Biegsamkeit daherkommen kann. Wer sich beim geringsten Gegenwind umpusten lässt, ist in dieser Branche falsch. Und es ist immer schön, wenn man nicht frei von Talent ist. Dreistigkeit, eine recht unsympathische Eigenschaft, hilft auch.

 

Du hast in deinem Job sicher schon viele interessante Menschen kennengelernt. Gibt es eine Begegnung, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Die Medienbranche bringt in jedem Fall viele Begegnungen mit sich. Aber die Qualität der Begegnungen zählt, nicht die Quantität. Es gibt so viele, die sich gnadenlos inszenieren oder inszenieren lassen, dass die Guten, Echten, Mutigen, Wissenden, Erfahrenen, Impulsgebenden so viel intensiver wirken und nachwirken. Ich bin zum Beispiel sehr dankbar, dass ich Richard von Weizsäcker, Egon Bahr, Bryan Adams, Wim Wenders, Sheryl Sandberg und Lore Maria Peschel-Gutzeit begegnen durfte. 

 

 

Du bist auch als Moderatorin für das Nordmagazin des NDR unterwegs. Was liebst Du ganz besonders an Hamburg und am Norden?

Die Nähe zum Wasser ist das Schöne, denn Wasser bedeutet für mich auch immer Weite. Aber es sind auch die Menschen, die mir gut gefallen. Es ist insbesondere die authentische Unaufgeregtheit, die viele hier auszeichnet. In manchen Gegenden reicht ja ein „Moin“ – und schon ist der Kommunikationsbedarf für den Tag gedeckt. Das hat was Erholsames. Denn wenn ich im Job bin, lässt sich der Informationsfluss ja gar nicht abstellen, der gehört ja in jeder Sekunde dazu – Worte, Töne, Geräusche, Daten prasseln unaufhörlich auf mich ein.

 

Du engagierst dich ehrenamtlich für Alida Gundlachs Verein Tierwork, die Hamburger Stiftung Kinderjahre und den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in Hannover, KIHO. Woher kommt dein Interesse an karitativer Arbeit? 

Projekte, Ideen, Einrichtungen, die ich unterstütze, sind für mich Herzenssache. Ich habe sie sorgsam ausgewählt und überprüft – und bin davon überzeugt, dass es richtig und wichtig ist, Kinder und Jugendliche zu fördern, ihnen bestmögliche Chancen beim Aufwachsen zu bieten, lebensbegrenzt erkrankte Kinder und Jugendliche und ihre Familien mit dem KIHO zu unterstützen und auch beim Tierschutz mitzumischen. Ich kann, offen gesprochen, nicht wahnsinnig viel Zeit für diese Projekte verwenden. Aber wenn ich gebraucht werde, bin ich da.

 

Du bist im Job viel unterwegs und dazu Mutter eines Sohnes. Wie hältst du dich sportlich fit?
Bei mir besteht nicht die Gefahr, dass ich ein langweiliges Dasein auf dem Sofa friste. Mein Beruf und mein Sohn halten mich gründlich auf Trab, körperlich wie auch im Kopf. Aber das genügt natürlich nicht. Da ich auch viel im Auto und in Redaktionen sitze, brauche ich ein Gegenprogramm, ich gehe daher regelmäßig Schwimmen, unregelmäßig Laufen – und das ehrlich gesagt am häufigsten im Aspria auf dem Laufband, weil ich so meine Stimme schone. Wenn es draußen ein bisschen frisch oder regnerisch ist, hole ich mir schnell eine Erkältung. Bei Fitness-Übungen setze ich gern auf Belastung mit dem eigenen Körpergewicht. Bei der Ernährung muss ich aufpassen – und ich möchte es auch. Seit einigen Wochen bekommt mir Intervall-Fasten sehr gut.

 

Wenn du das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung hast: Wo und wie kannst du wirklich die Seele baumeln lassen und völlig abschalten?

(lacht…) Ruhe und Entspannung? Wenn sich dieser Zustand mal wieder einstellt, berichte ich. 

 

Du hast in Deinem Leben schon extrem viel erreicht. Gibt es einen Traum, den Du Dir gerne noch erfüllen würdest?

In meinem Traum-Beruf bin ich. Mein Traum-Kind hab ich. Und wenn ich anderweitig ins Träumen gerate, versuche ich eigentlich immer recht schnell, mich an die Umsetzung zu machen. 

 

 

Mehr Infos zu Annika de Buhr bekommt Ihr unter: www.annika-de-buhr.de

 

Hier findet Ihr Annika de Buhr bei Twitter und bei Instagram 

 

 

Fotos: Nikolaj Georgiew