CITY-TALK mit Oonagh

Mit ihrem einzigartigen Sound aus modernem Electro-Pop und melodischer Weltmusik hat Oonagh bereits zwei ECHOs und eine Platin-Auszeichung abgestaubt. Mit neuen Songs und alten Hits im Gepäck wird Oonagh am 13.02.2017 im Theater Neue Flora live auf der Bühne stehen. Wir haben mit ihr über den Touralltag, Vorbilder und Lieblingsorte gesprochen …

 

Die Erfolgsgeschichte der Künstlerin Senta-Sofia Delliponti, die für ihre Musik das Pseudonym der keltischen Feenkönigin „Oonagh“ wählte, ist einfach märchenhaft. Auf ihren Live-Konzerten lädt die ECHO-Gewinnerin in andere Sphären ein – zu einer musikalischen Weltreise –, pendelt zwischen den Kulturen, streift Elemente aus Pop, Folk, Mittelalter, Electronica, Weltmusik, Ethno und New Age, fügt sie stilbewusst und kreativ zu einem Ganzen. Ihre klare, wohlklingende Stimme wird von vier Musikern sowie einer Backgroundsängerin eingerahmt und taucht bei jedem Song in eine andere, besondere Lichtstimmung ein. Übergroße Leinwände entführen mit beeindruckenden Installationen und Naturschauspielen in eine andere Welt. Musik aus allen Ecken und doch nicht nur von dieser Welt. Oonagh gelingt wie keiner anderen der Spagat, die Kraft des Pops und die Magie von Naturinstrumenten in Einklang zu bringen, und uns live zu verzaubern.

 

Am 13. Februar können wir diese atemberaubende Show im Stage Theater am Großmarkt live erleben. Die Eintrittskarten sind erhältlich an allen bekannten Vorverkaufsstellen, oder telefonisch unter der Semmel Concerts Ticket-Hotline 01806/ 57 00 99 (* 0,20 EUR/Anruf, Mobilfunkpreise max. 0,60 EUR/ Anruf) sowie im Internet unter www.semmel.de. 

 

 

Du hast einen ganz besonderen musikalischen Stil. Wie lange hat es gedauert, den zu entwickeln? Hast du überhaupt das Gefühl, ihn schon gefunden zu haben?

Das ist eine schwierige Frage, weil man sich immer weiter entwickelt. Ich glaube, das Endgültige kann man nur für den Moment finden. Für ein Album beschreibt man oft eine ganz bestimmte Zeit. Beim nächsten denkt man dann: „Ach, hätte ich das beim letzten Album doch anders gemacht.“ Alles steht für eine Entwicklung. Ich kann sagen, dass ich gerade das tue, was ich liebe und möchte. Ich weiß nicht, was in ein paar Jahren ist. Mit 15 habe ich Pop-Punk gemacht und fand das toll, das würde ich heute auch nicht mehr machen.

 

Wo habt ihr das Video zu deinem aktuellen Song „Aulë und Yavanna“ gedreht?

Das haben wir dieses Mal in Deutschland gedreht. Bis jetzt hatte ich immer das Privileg in ferne Länder zu reisen: Südafrika, Mexiko, Norwegen, Irland. Viele Fans haben über Social Media gefragt, wie es denn mal mit Deutschland wäre. Wir haben hier auch so tolle Orte und eine einmalige Natur. Deswegen waren wir im Spreewald und es war wirklich traumhaft schön.

 

Hast du musikalische Vorbilder?

Musikalisch ganz toll finde ich Enya und Björk. Von ihr habe ich diese Idee gehabt, eine Fantasiesprache zu benutzen. Sie berührt Menschen ja mit Klängen auf einer emotionalen Ebene und das wollte ich auch schaffen. Coldplay hat etwas sehr Freies in der Musik, was ich total mag. Man hat das Gefühl, man kann atmen.

 

Wie habt ihr denn diese neue Sprache entwickelt?

Es gibt ja ein elbisches Wörterbuch mit 4000 Wörtern. Das ist aber alles sehr komplex, unterteilt in etwas wie Latein und dem, wie wir jetzt sprechen. Wir haben erst die Texte auf Deutsch geschrieben und dann übersetzt. Man kann nicht alles wortwörtlich übersetzen, nur sinngemäß.

 

 

Wie bereitest du dich auf eine körperlich anstrengende Tour vor?

Ich bin jetzt seit drei Wochen beim Crossfit. Aber ich muss mich jedes Mal wieder motivieren und versuche da einen Ausgleich mit Yoga zu finden. Bis jetzt versuche ich auch wenn ich zuhause bin, die Show jeden Tag einmal mit mir selber durch zu machen. Da laufe ich durch die ganze Wohnung und versuche die Distanz auf der Bühne genauso nachzuempfinden.

 

Worauf freust du dich am meisten auf der Tour?

Auf meine Crew, meine Band und vor allem auf die Fans. Ich habe letztes Jahr nur ein Konzert gespielt und ich freue mich, wieder diese Nähe zu meinen Zuhörern aufzubauen und sofort das Feedback zu bekommen, den Moment zu leben.

 

Hast du etwas, das auf Tour unbedingt dabei sein muss?

Das ist auf jeden Fall mein Luftbefeuchter, weil ich kontinuierlich in einem klimatisierten Raum bin. Ab der zweiten Woche geht das auf die Atemwege. Außerdem habe ich mein Chantbuch dabei, ich bin Buddhistin. Da stehen tägliche Ermutigungen drin, die meiner Band und mir noch mal klar machen, dass die Menschen herkommen um mit uns zu feiern und Hoffnung zu bekommen.

 

Wie ist deine Routine vor der Show?

Ich mache mich eineinhalb Stunden vorher fertig, mache Yoga, gehe alles noch einmal durch und kurz vorher komme ich für den Energiekreis mit meiner Band zusammen. Wir schwören uns so auf den Abend ein, denn wir können nur gemeinsam funktionieren.

 

Hast du einen Lieblingsplatz in Hamburg?

Ich finde die Sternschanze und Winterhude ganz toll. In Ottensen bin ich oft im Studio zu Besuch und es ist schön, da durch die Straßen zu gehen. Hamburg generell spricht mich auch sehr an! Würde ich hier mal einen Job am Theater bekommen, würde ich sogar umziehen.

 

Interview: Hannah Lenz; Fotos: Christian Barz