Soul-Talk mit Miu

Die Soulsängerin und Hamburgerin Miu fasziniert mit ihrer aufregenden Geschichte. Als junge Frau schmeißt sie ihren Job und fliegt nach New York, dort spielt sie im The Bitter End, einem der legendärsten Live-Clubs der Welt, der Wiege ihrer Idole und legt damit den Grundstein für ihre Musikkarriere. In diesem Jahr veröffentlicht Miu mit dem Doppelalbum „Modern Retro Soul“ ihre Vision von Soul, die durch geschicktes Songwriting und ergreifende Stories besticht. Wir haben die Chance genutzt, ihr ein paar Fragen zu stellen...

 

Was macht dein neues Album „Modern Retro Soul“ aus?

„Modern Retro Soul“ ist nicht nur ein Album, es ist ein Doppel-Album mit zwei Seiten: Eine „modern“ und eine „retro“.

 

Was hat dich dazu inspiriert, Soul Musik zu machen und dabei „retro“ und „modern“ zu verbinden?

Soulmusik ist das Genre, das ich atme und das ich liebe. Dabei ist Soulmusik ja aber ganz vieles - viele verbinden Soul mit dem klassischen Motown aus den 60s wie Aretha Franklin & Co. Aber natürlich ist Soul auch zeitgemäß, wie Amy Winehouse oder Leon Bridges. Meine persönlichen Einflüsse sind nicht „nur“ retro und auch nicht ausschließlich „modern“ und daher wollte ich ein Album machen, dass alle Strömungen die ich mag abbildet.

 

Hast du Vorbilder? 

Einige sind Lenny Kravitz, Stevie Wonder, Donny Hathaway, aber auch Carole King, John Mayer oder Steely Dan. Aber auf jeden Fall noch viele, viele mehr!

 

Welchen Einfluss hat deine Heimatstadt Hamburg beim Schreiben deiner Songs?

Hamburg ist ständig in Bewegung und ein gutes Abbild unserer Gesellschaft. Das inspiriert meine Texte natürlich auch.

 

 

Du greifst in deinen Songs auch viele gesellschaftskritische Themen auf. Was würdest du sagen, wo haben wir in unserer Gesellschaft aktuell den größten Verbesserungsbedarf?

Ich mache mir viele Gedanken über das sich verändernde Klima in unserer Gesellschaft und dieses Gefühl, dass sich Dinge in eine beängstigende Richtung entwickeln. Die Themen und Herausforderungen unserer Welt werden komplexer und ich habe Sorge, dass die Politik es nicht schafft, die Gesellschaft durch verantwortungsvolles Handeln und Verständlich machen der Sachverhalte und ihrer Handlungen, nah an den Menschen zu bleiben und sie an bösartige Ideologien zu verlieren. Das sieht man an den USA, am Brexit, am Erstarken rechter Parteien.  

 

Du engagierst dich auch im Hamburger Kultur-Betrieb und als Mit-Begründerin vom Künstlerinnen-Kollektiv „LadiesArtistsFriends“. Wie sieht Dein Engagement konkret aus? 

 Ich war schon früher immer Klassensprecherin, weil ich es blöd fand, nichts zu tun, wenn offensichtlich etwas verbessert werden kann. Im Vorstand des Musikervereins Rockcity setze ich mich bspw. für faire Arbeitsbedingungen für Musiker ein und bin auch kulturpolitisch aktiv. Es ist nämlich tatsächlich ein Problem, dass Musiker für ihre Arbeit überhaupt oder angemessen bezahlt werden. Als Mit-Initiatorin des Künstlerinnen-Kollektivs „LadiesArtistsFriends“ kümmere ich mich um ein jährliches Festival, bei dem ausschließlich weibliche Acts auftreten. Auch das klingt erst einmal vielleicht „süß“, ist aber wirklich notwendig, weil Musikerinnen auf den Festivalbühnen fast gar nicht stattfinden und wir zeigen wollen, dass es tolle Frauen in der Musik gibt.

 

Du wirst mit deinem neuen Album auch bald live wieder in Hamburg zu sehen sein. Worauf können wir uns bei Deinem Bühnenprogramm freuen? 

Ich hoffe, dass ihr alle am 10.10.2019 zu meiner Release-Show ins Gruenspan kommt! Die Show wird riesig - mit Bläser-Section, Background-Sängerinnen und ganz vielen Instrumenten auf der Bühne - ein Fest! 

 

 

Hier kommt ihr zum VVK für die Release-Show im Gruenspan:

www.gruenspan.de/miu-release-konzert-10-10-2019/ 

 

Einen musikalischen Vorgeschmack bekommt ihr unter: 

https://www.youtube.com/watch?v=As-Rgkh37X4&feature=youtu.be  

 

 

Fotos: PR; Redaktion: Laura Wohlmuth