MUSIC-TALK
mit Jorge Blanco

Aufgepasst, Mädels! Der mexikanische Sänger und "Violetta"-Star Jorge Blanco war zu Besuch in unserer Hansestadt. Im Interview verrät uns der sympathische Mädchenschwarm, wie er zur Musik gekommen ist, wer sein Vorbild ist und wie ihm unsere Hansestadt gefällt…

 

 

Warst du schon öfter in Deutschland? Wie gefällt es dir hier?

Ja, ich war schon mehrere Male hier. Ungefähr fünf oder sechs Mal. Es ist ein tolles Land mit total vielen coolen Sachen, die man machen kann. Hamburg ist eine meiner Lieblingsstädte. Es ist einfach schön und ich liebe es. Außerdem mag ich das Essen hier sehr gerne. Die Sprache gefällt mir auch. Sie ist sehr interessant und ich bin sowieso ein Sprachen-Freak. Ich möchte alles lernen. Immer, wenn ich hierherkomme, habe ich sehr viel Spaß.

 

Durch die Disney Telenovela „Violetta“ bist du berühmt geworden. Welche Erfahrungen hast du aus der Zeit als Schauspieler mitgenommen? 

Viele Dinge! Ich bin auf verschiedene Arten gewachsen. Persönlich und beruflich. Ich war dort vier Jahre, das ist eine sehr lange Zeit, in der ich viel als Schauspieler gelernt habe. Auch in der Musik habe ich mich weiterentwickelt. Wir waren überall auf Tour. Das war auch das erste Mal, dass ich in Deutschland war. Es war großartig. Und "Violetta" war natürlich auch ein großer Teil meines Lebens und alle Menschen, die ich dort getroffen habe, sind jetzt wie eine Familie für mich.

 

Wie fühlt es sich an als "Teen-Star" von so vielen Mädchen angehimmelt zu werden?

Am Anfang war es ziemlich komisch. Es ist eines der Dinge, vor allem in diesem Business, die plötzlich auf dich zukommen und dich umhauen. Ich war vorher noch nie in Europa und als ich dann das erste Mal in all diese Länder gekommen bin, deren Sprachen ich nicht einmal spreche, haben alle Leute mit mir gesprochen, als ob sie mich schon immer kennen würden und ich dachte mir nur: Was ist hier los? Aber nachdem man sich daran gewöhnt hat, fühlt es sich großartig an, all diese Leute zu haben. Sie geben mir das Gefühl, dass ich einen guten Job mache und gleichzeitig ist es eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, neue Leute kennenzulernen. Ich liebe es, sie zu inspirieren, sie ihre Probleme vergessen zu lassen und dass sie einfach die Zeit mit meiner Musik oder meiner Show genießen. Das ist einfach toll!

 

 


 

Wie lange machst du jetzt schon Musik und wann hast du herausgefunden, dass du damit auf der Bühne stehen willst?

Seit ich denken kann, seit ich ein kleines Kind bin, habe ich es immer geliebt zu singen. Ich war aber sehr schüchtern, also wollte ich niemandem davon erzählen und habe deshalb nur für mich selbst Musik gemacht. Meine Eltern waren die einzigen, die es wussten und sie unterstützten mich immer. Sie haben mich immer motiviert, zum Probesingen zu gehen. „Mach es einfach!“ Es war und ist eine Leidenschaft für mich und als ich anfing zu arbeiten, war das erste, was ich tat, in einer Reality Show in Mexiko mitzuspielen. Ich war fünfzehn und es war das erste Mal, dass ich auf der Bühne stand. Aber ich verliebte mich immer mehr in diesen Job. Es ist einfach verrückt ... es ist schwer, das Gefühl zu erklären, auf der Bühne zu stehen und all diese Leute reagieren auf das, was du tust, es ist einfach verrückt. Also Musik mache ich schon mein ganzes Leben lang und beruflich als Sänger bin ich jetzt seit drei, fast dreieinhalb Jahren dabei.

 

Vor eigenen Wochen ist dein neuer Song „Te la dedico“ erschienen. Wovon handelt er?

Dies ist wahrscheinlich der deepeste Song, den ich bisher veröffentlicht habe. Ich schreibe gerne über Dinge, mit denen sich Leute identifizieren können, und mit diesem Song fühlte ich mich manchmal wie bei Herzschmerz-Songs, bei denen man ein bisschen leidet, also auch leiden will. "Te la dedico" bedeutet "Ich widme es dir", aber es ist nicht positiv gemeint. Die Geschichte erzählt davon, dass man buchstäblich sagt, dass der andere der Beste ist, aber der Beste im Lügen. Viele Dinge, mit denen wir uns in jeder Beziehung, aber nicht in guten Beziehungen, identifizieren können. Es ist also ein wirklich intensiver und tiefer Song. Ich denke, ich wollte etwas anderes machen, weil ich nicht wollte, dass alle meine Songs gleich sind. Ich liebe es, Geschichten in jedem Song, den ich schreibe, zu erzählen und dieser war etwas dunkler.

 

Wie wichtig ist deine Gitarre für dich und deine Musik?

Die Gitarre ist sehr, sehr wichtig für mich. Sie ist einer der besten Begleiter für einen Songwriter. Es ist sehr einfach, sie überallhin mitzunehmen, und sie ist nicht so schwer wie ein Klavier oder wie eine Trommel. Es ist einfach die beste Gesellschaft. Man braucht nicht viel mehr als eine Gitarre und wenn man nur mit einer Gitarre spielt, ist es ein ganz besonderes Gefühl und das liebe ich. Du kannst mit der Gitarre unplugged und akustische Versionen spielen und es ist, als würdest du die Kunst nackt sehen. Es ist, als würde man die Wurzeln eines Liedes sehen, man sieht die Wurzeln dessen, was der Künstler zu sagen versucht, es ist eine großartige Sache. Und es macht auch immer Spaß mit Freunden zusammen zu spielen.

 

 

Bist du immer noch aufgeregt vor deinen Auftritten?

Immer. Ich bin immer aufgeregt. Wahrscheinlich weniger nervös als früher. Zu Beginn bei meinen ersten Shows war es immer schwer, die Nervosität zu kontrollieren. Manchmal ist es so, als würde sie gegen dich spielen. Deine Stimme zittert und du weißt nicht, was du tun sollst, und fühlst dich unbeholfen. Aber später mit mehr Erfahrung kann man das kontrollieren. Ich denke, es ist immer gut, ein bisschen nervös zu sein, weil sich die Nervosität in Energie umwandeln kann.

 

Wer sind deine Vorbilder? Wer inspiriert dich?

Ich habe verschiedene Einflüsse. Ich bin quasi mit Queen aufgewachsen, weil mein Vater ein großer Fan von Queen ist und die Band unglaublich war. Aber wenn ich jemand aktuelles sagen muss, würde ich wahrscheinlich Justin Timberlake als mein Vorbild ansehen. Ich habe viel gemeinsam mit ihm. Zuallererst war er auch ein „Disney-Typ“. Außerdem ist er Schauspieler, Sänger und Performer, genau wie ich. Es wäre toll, wenn ich es jemals zu dem schaffen würde, wo er ist. Es gibt nie irgendwelche Skandale über ihn. Man hört nur etwas über ihn wegen seiner Arbeit und seiner Qualität. Er ist ein guter Typ, ich habe noch nie etwas Schlechtes über ihn gehört. Er ist also ein sehr gutes Beispiel.

 

 

 

Mehr über Jorge Blanco erfahrt Ihr unter: thejorgeblanco.com

Hier findet Ihr Jorge bei Facebook und bei Instagram

 

 

Interview: Finja Gerhardt; Fotos: Heimberg Fotografie