CITY-TALK mit Jonas Anders

Endlich ist es soweit: Die Sommerpause ist vorbei und die Theaterspielzeit beginnt wieder. Da freuen wir uns ganz besonders, Schauspieler Jonas Anders (30) im neuen Stück des Altonaer Theaters „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ auf der Bühne begrüßen zu dürfen. Wir haben mit dem Darsteller über das neue Stück und seine Liebe zur Schauspielerei gesprochen …

 

Wie bist du zur Schauspielerei gekommen?

Ich fing als Jugendlicher in einem Theaterjugendclub in Berlin an. Das war eine gute Plattform, um mit jungen Theaterinteressierten zusammenzukommen und mich auszuprobieren.

 

Wie würdest du den Alltag eines Schauspielers beschreiben?

Man muss sich das ungefähr so vorstellen: Es ist ein ständiges Textlernen, auf dunklen Probebühnen Sachen ausprobieren und abends auf der großen Bühne zu gucken, ob’s funktioniert. Im besten Fall macht das viel Spaß.

 

Welche Unterschiede zwischen Theater- und Fernsehrolle sind besonders prägnant?

Das live-Erlebnis des Theaters ist schon besonders. Das findet jetzt und hier statt und das gab’s auch schon vor 2000 Jahren. Für die Kamera spielt sich alles hinter den Augen der Darsteller ab, das ist eine wunderbare Aufgabe.

 

Was war bisher deine größte schauspielerische Herausforderung?

Das mag komisch klingen, aber ich glaube, das war tatsächlich zu Schauspielschulzeiten, als ich einen Soldaten aus Max Frischs „Andorra“ spielte. Ich, als friedliebender Mensch mit schönen Zivildiensterinnerungen, hatte so gar nichts soldatenhaftes. Diesem Typen gerecht zu werden, das war eine Herausforderung und tolle Arbeit.

 

Gibt es Rollen, die du besonders gerne spielst?

Ich glaube, da geht es mir wie jedem Schauspieler, mich interessieren Verrückte, Außenseiterrollen, extreme Charaktere. Shakespeare ist voll von denen.

 

 

Hast du vor Auftritten noch Lampenfieber und hast du Tricks, die dagegen helfen?

 Natürlich habe ich Lampenfieber. Und wie. Und das ist auch gut so. Die Kunst ist doch, die Angst zu überwinden, das ist mein Motor.

 

Du wirkst beim Theaterstück „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ mit, das aktuell Altonaer Theater läuft. Kannst du uns etwas über das Stück und deine Rolle verraten?

Joachim Meyerhoff beschreibt sein Erwachsenwerden in der Psychiatrie. Sein Vater war der Direktor dieser Psychiatrie, das bietet natürlich Nährstoff für sehr komische, aber auch nachdenklich stimmende Anekdoten und Geschichten. Ich führe als Erzähler und erwachsener Meyerhoff durch diesen Theaterabend. Es geht um das Innenleben einer Familie in dieser skurrilen Welt und die Sicht eines Jungen darauf. Es geht um Verlust. Es geht um die Verschiebung von Wahrnehmung. Es geht um das Erzählen an sich.

 

Du hast schon in einigen Theatern in Deutschland gespielt, bleibst du uns in Hamburg erhalten und können wir dich auch zukünftig in heimischen Theatern spielen sehen?

Na sicher. Ich lebe seit zwei Jahren in Hamburg und fühle mich hier sehr wohl. Für Kinder und Familien zum Beispiel spielen wir am 24. September das Musiktheaterstück „Eule findet den Beat“ in der Fabrik und im Dezember „Tausendundeine Nacht“ im Schauspielhaus.

 

 

Mehr Infos und Karten zu Jonas Anders aktuellem Stück
"Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war" im Altonaer Theater
bekommt Ihr unter: www.altonaer-theater.de

 

Interview: Susanna Sapiains Valencia, Fotos: Yvonne Schmedemann, G2 Baraniak