THEATER-TALK

mit Jasmin Wagner

Jasmin Wagner ist ein echter Bühnenprofi! Schließlich steht die Schauspielerin und Sängerin mittlerweile seit über 20 Jahren auf der Bühne. Noch bis zum 17. Juni können wir sie im Altonaer Theater im Stück "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" bewundern. Wir haben mit der 38-Jährigen über Lampenfieber, alte Zeiten und natürlich ihre Heimatstadt Hamburg gesprochen…

 

Aktuell bist du wieder in dem Stück „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ am Altonaer Theater zu sehen. Was gefällt dir so gut an dem Stück?

Es ist ein energetisches, spannendes und humorvoll inszeniertes Stück mit viel cooler Rockmusik aus den 80ern. Unsere Band geht echt nach vorne! Auch den Alltag der DDR-Bewohner mal genauer studieren zu können, war für mich in den Proben sehr spannend!

 

Du spielst in dem Stück die Existenzialistin, eine sehr tiefsinnige Figur. Wie hast du in die Rolle hineingefunden?

Ich habe mich viel mit unserem Regisseur unterhalten, der im Osten ausgewachsen ist. Er konnte mir die Enge, das Misstrauen und das auf der Hut sein, gut beschreiben. Aber auch den Zusammenhalt, die kreativen Prozesse, wenn es darum ging die Regeln zu umgehen, das Rebellieren.

 

Gibt es jetzt bei der Wiederaufnahme des Stücks kleine Veränderungen, die du an deiner Rolle vorgenommen hast?

Das ganze Ensemble entwickelt ein Stück immer weiter in gewisser Art und Weise... Aber den roten Faden, den wir in den Proben erarbeitet haben, wollen wir schon beibehalten!

 

Bei „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ spielt die Musik eine große Rolle. Hat das für dich den Reiz dieses Stücks ausgemacht?

Total! Es ist toll mit unserer Band zu arbeiten und die Songs, die ich singe, machen mir großen Spaß!

Musik kann Atmosphären und Emotionen oft mit großer Leichtigkeit transportieren.

 

Du bist seit mittlerweile vielen Jahren als Theaterschauspielerin aktiv. Was gefällt dir so sehr daran, auf der Bühne zu stehen?

Die Bühne ist für mich ein vertrauter, sicherer Ort. Ich liebe das Geschichtenerzählen, die Auseinandersetzung mit anderen Lebensumständen, Situation, Machtverhältnissen.

Auch das Verwandeln durch Maske und Kostüm ist spannend, weil man sich selbst auch immer wieder neu entdeckt.

 

 

 

Hast du ein bestimmtes Ritual, bevor du auf die Bühne gehst?

Nein. Der Besuch der Maske, das Anziehen des Kostüms, prüfen ob die Requisiten alle am richtigen Ort liegen. Das ist es eigentlich schon.

 

Seit du 15 Jahre alt bist, bist du im Showgeschäft aktiv, zudem seit Jahren als Schauspielerin tätig. Hast du trotzdem noch Lampenfieber, wenn es auf die Bühne geht?

Ich genieße diese kleine Aufregung vor jeder Vorstellung. Aber nach über 20 Jahren auf Bühnen, hat man einfach eine gewisse Lässigkeit.

 

Wie sehen deine Pläne in der Zukunft aus? Hast du neue Projekte, von denen du schon etwas erzählen darfst? 

Nach „ Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ werde ich bei den Festspielen in Heppenheim in „Wie im Himmel“ die Rolle der Gabriella übernehmen und auch im Dezember im Altonaer Theater spielen.

Und ein kleiner Traum erfüllt sich für mich, weil ich beim Weihnachtsmärchen im Ernst Deutsch Theater mitspielen werde. In dieses Theater gehe ich selbst schon seit meiner Kindheit. Wir spielen „Rapunzel“ und ich die böse Hexe. Das wird sicher ein riesen Spaß!

 

Gibt es eine bestimmte Rolle, die du gerne einmal spielen würdest?

Ich würde gerne mal Evita spielen und singen.

 

Du bist als Teenager berühmt geworden. Wie siehst du es heute, dass du bereits in so jungen Jahren im Rampenlicht standest?

Mit einer starken Familie, die Dich unterstützt und auffängt und einem guten Management im Rücken, kann es eine sehr besondere und tolle Erfahrung sein! Ich habe spannende Menschen kennengelernt, wunderbare Orte bereist und konnte einfach viele Dinge ausprobieren. Trotz all der Pflichten, konnte ich auch schon früh eine besondere Form von Freiheit leben. Das empfinde ich als großes Glück!

 

 

 

Gibt es etwas, das du zu deiner Zeit als „Blümchen“ gelernt hast, das dich heute noch prägt?

Teamwork ist wichtig und sorgt auch dafür, dass man selbst mehr Spaß hat. Denn Erfolg und Freude wachsen, wenn man sie teilen kann!

 

Du konzentrierst dich momentan voll und ganz auf die Schauspielerei. Kannst du dir aber auch ein Comeback in der Musik vorstellen? 

Grundsätzlich schon. Mit der richtigen, charmanten Idee, könnte man mich sicher locken!

 

Hast du einen Wunsch in deinem Leben, den du dir unbedingt noch einmal erfüllen möchtest?

Ich möchte sehr gerne den Kilimanjaro besteigen.

 

Auf deiner Instagram-Seite sieht man, dass du eine große Leidenschaft fürs Reisen hast. Gibt es einen Ort, der dich bisher besonders beeindruckt hat?

Jeder! :))) Es ist erstaunlich, wie jede Reise etwas in Dir hinterlässt. Manchmal ist es eher die Natur, manchmal eher die Menschen, die man trifft... Deswegen wird es auch nicht langweilig für mich, die Koffer zu packen. Ich sage immer: „Die Welt ist der schönste Spielplatz!“ Du bist viel unterwegs, trotzdem ist Hamburg deine Heimat.

 

Was liebst du an unserer Hansestadt?

Ich fühle mich einfach enorm verbunden mit meiner Heimatstadt! Fast jeder Winkel ist mit einer Erinnerung verknüpft. Und es werden immer mehr! :) Aufgewachsen in Jenfeld. Immer zum Training nach Altona als Cheerleader für die Hamburg Blue Devils in meiner Jugend. Freunde in allen möglichen Stadtteilen, an vielen Theatern dieser Stadt gespielt. Ausflüge fast überall hin... Jubelnd und glücklich um die Alster gerannt oder leise und traurig geschlichen. Die ganze Bandbreite eben. Das macht Heimat aus!

Durch meine Adern fließt einfach Alsterwasser! :)))

 

 

Mehr Infos und Tickets zu "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" bekommt Ihr hier:

www.altonaer-theater.de

 

 

Alles zu Jasmin Wagner erfahrt Ihr unter: www.jasminwagner.de

Hier findet Ihr Jamin bei Facebook und bei Instagram

 

 

Fotos: G2 Baraniak, Guenther