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It's Wine O’Clock!

– Zu Besuch auf der WeinTour –

Wie rund 4000 weitere Hamburger haben wir am Wochenende bei der WeinTour im Cruise Center Altona halt gemacht. Dort hatten wir die Möglichkeit, über 100 Wein- und Touristikaussteller aus den deutschen Weinregionen kennenzulernen, die mehr als 1000 Weine für uns Nordlichter im Gepäck hatten. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um Master-Sommelier Hendrik Thoma seine Tipps und Tricks zu entlocken und die beiden neuen Deutschen Weinprinzessinnen zu treffen…

– Der WineWalk –

 

Zum Start in unseren WeinTour-Tag haben wir uns für einen WeinWalk angemeldet. Die geführten Touren machen Station bei verschiedenen Ausstellern und stellen die Geschichten hinter den Weinen vor – also perfekt für den Einstieg, um das Wein-Wissen aufzufrischen und sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Bis zu 15 Besucher können ausgerüstet mit Headsets an dem Walk teilnehmen. Und wer könnte uns dabei besser als Expertin zur Seite stehen als die frisch gekührte Deutsche Weinprinzessin Klara Zehnder, die unsere Tour mit dem schönen Namen "Vielfalt der Feinheit" leitet.

 

Bei unserer Route dreht sich alles rund um den Riesling. Klara erklärt uns, dass die "Königin der Weißweintrauben" wie kaum eine andere die Charakteristik des Bodens zum Ausdruck bringt, auf dem sie wächst und wir erfahren, dass Frucht, Frische, Finesse und Mineralität einen guten Riesling kennzeichnen. Klara hat vier charakteristische Beispiele aus verschiedenen Anbaugebieten ausgewählt.

 

Los geht's für uns bei der Weinmanufaktur Brummund aus Rheinhessen. Winzer Philipp Brummund, der den Familienbetrieb gemeinsam mit seinem Bruder Andreas leitet, serviert uns einen "2016 Riesling Best of Riesing 2018 trocken". Danach machen wir halt an der Mosel beim Wein- & Wohngut Paulushof, wo uns Winzerin Esther Dahm einen "2017 Riesling Steillage Rotschiefer trocken" einschenkt. Der Rotschiefer, der die Weinhänge durchsetzt, sorgt bei diesem Wein für eine besondere Aromaausprägung und seine starke mineralische Struktur. Nächste Station ist das Weingut Eugen Müller aus der Pfalz, wo wir einen "2017 Riesling Ungeheuer Kabinett trocken" probieren dürfen. Der Basalteintrag in den Böden, der als Wärmespeicher dient, macht den Riesling besonders extraktreiche und fruchtig. Zuletzt nimmt Klara uns mit in ihre Heimat, nach Franken. Beim Weingut Schwab lernen wir einen "2017 Riesling Thüngersheimer Scharlachberg Vdp.Erste.Lage trocken" kennen. Die Böden aus verwittertem Bundsandstein und Muschelkalk bringen einen mineralischen Wein mit frischer Säure und fruchtigen Noten von Aprikose, Litschi und Grapefruit hervor. Am Ende der 30-minütigen Tour haben wir nicht nur spannende Weine kennengelernt, sondern auch jede Menge neues Wine-Knowhow bekommen.

 

– Die Wein- & Kochshow –

 

Nach dem WineWalk folgt direkt noch mehr Nervenkitzel für unserem Gaumen. Master-Sommelier Hendrik Thoma und TV-Koch Moritz Crone-Rawe von "Rolling Taste" präsentieren auf der Bühne ihre rasante Wein- & Kochshow. Die Experten kombinieren spektakuläre deutsche Weine und regionale Köstlichkeiten miteinander, die wir live verkosten dürfen. Doch nicht nur das, was auf den Teller und ins Glas kommt, erweist sich als extrem aufregend, auch das Bühnenprogramm machen die beiden Vino-Entertainer zu einer unterhaltsamen Show in Sachen Weinwissen. 

 

Als erster Gang wird eine mit Speck, Zwiebeln und Vacherin überbackene Kartoffel gereicht und dazu ein "2017 Gutedel Wittlinger Steingäßle trocken" vom Weingut Ernst aus Baden eingeschenkt. Es folgt ein Kalbsbries mit Quitte und Grühnkohl, flankiert von einem "2017 Riesling Steilhang trocken" vom Weingut Philipps-Mühle vom Mittelrhein. Als dritten Gang wird Kalbskopf mit Krustentier und Blumenkohl serviert, der von einem "2017 Chardonnay Barrique trocken" vom Weingut Bourdy in der Pfalz begleitet wird. Als krönenden Abschluss dürfen wir eine Komposition aus Wild mit Feige sowie einen "2015 Lemberger Steillage trocken" vom Weingut Zipf aus Württemberg probieren. Das schmeckt definitiv nach mehr! Gut, dass wir gleich nach der Show mit Master-Sommelier und Vino-Blogger Hendrik Thoma zum Interview verabredet sind und uns so noch mehr Tipps rund um Wein und Essen holen können…

 

– Interview mit Hendrik Thoma –

 

Wenn es um Wein geht, hat kaum einer so viel Wissen wie er! Kein Wunder, denn Hendrik Thoma ist Master-Sommelier, Weinkrittiker und Vino-Blogger aus Leidenschaft. Wir haben ihm die Wein-Fragen gestellt, die uns schon immer auf der Seele brannten:

 

Welche Grundregel gilt es zu beachten, um den perfekten Wein zum Essen zu finden?

Die Grundregel ist ganz einfach: Man muss den Wein nehmen, der einem schmeckt und dann kocht man danach. Das ist die einfachste Variante. Man sucht sich einen Wein aus. Dann sagt man sich, dazu möchte ich gerne Fisch oder Fleisch oder ein Gemüse. Anschließend überlegt man sich, wie ist der Wein: Ist er schwer, ist er leicht, hat er viel Säure? Und dann guckt man, wie man alles in eine schöne Balance bringt. Das ist eigentlich das einfachste: Erst den Wein, dann das Essen – nicht umgekehrt.

 

Worauf sollte man achten, wenn man mit Wein kocht?

Beim Kochen gilt: Immer auch einen guten Wein nehmen! Für die Grundsaucen kann man natürlich einen ganz einfachen Wein verwenden, aber nachher zum Abschmecken sollte man einen hochwertigen Wein nehmen, vielleicht sogar den Wein, den man später trinkt. 

 

Wie probieren wir Wein wie ein Profi?

Es ist gar nicht so wichtig, wie ein Profi zu probieren, es sollte eher der Spaß sein, der im Vordergrund steht. Aber es ist natürlich wichtig, die Grundregeln zu beherrschen. Es gilt – erst die Farbe: Ist der Wein klar, welche Intensität hat er? Weißweine haben, wenn sie älter werden oder aus wärmeren Regionen kommen, meistens etwas mehr Farbe. Eine etwas leichtere Farbe bei Roteinen könnte ein Hinweis auf einen Spätburgunder sein, also eine Sorte, die etwas weniger Farbpigmente hat. Sind die Rotweine von der Farbe sehr intensiv, kommen sie meist aus einem südlichen Klima. Nach der Farbe geht's ans Riechen. Riecht der Wein sauber, ist er klar? Ist er eher fruchtig oder würzig? Ist es ein Aroma, das ich kenne? Mag ich das oder nicht? Der Geruch ist eigentlich die Königsklasse. In einem Wein können bis zu 50 Aromen sein. Über 500  gibt es insgesamt. 50 muss man nicht rausriechen, aber wenn man drei, vier identifiziert, dann ist man schon gut. Danach probiert man. Man kaut den Wein ein bisschen, man schlüft ihn auch ein wenig , wenn man möchte. Im Luxus-Restaurant hat man so auf jeden Fall alle Augen auf sich. Wenn man den Wein auf der Zunge verteilt, merkt man, ob der Wein ein bisschen Gerbstoff hat, also ob er trocknet wie zum Beispiel beim Rotwein. Oder beim Weißwein merkt man, ob er viel Säure hat, er ganz trocken ist oder eine leichte Süße hat. Man fragt sich, wie fühlt sich der Wein an auf der Zunge, hat er eine cremige, schmelzige Note oder ist er eher ganz leicht. Und zum Schluss sagt man dann, ob er einem schmeckt oder nicht.

 

Würdest du sagen, Hamburg ist eine Weinstadt?

Hamburg hat ja einen kleinen Weinberg, aber ich habe den Wein noch nie getrunken, weil er den Mitgliedern des Senats vorbehalten ist. Hamburg hat sich beim Thema Wein gut entwickelt, in den letzten Jahren hin zu mehr Vielfalt. In Hamburg merkt man eben, dass wir das Tor zur Welt sind oder zumindest den Schlüssel dazu haben. Hamburg hat eine unglaubliche Vielfalt an Weinen. Hier treffen sich Menschen von überall und jeder bringt ein bisschen was mit. Wein ist auch ein internationales Getränk und der deutsche Wein findet sich da gut wieder, weil die Deutschen gerne ihre eigenen Weine trinken. Aber wir in Hamburg sind da vielleicht nicht ganz so chauvinistisch wie im Süden. Wir sind hier im Norden einfach ein bisschen offener. Wir sind nicht nur Nordisch by Nature, sondern wir trinken auch ein bisschen vielfältiger.

 

– Die Winzer –

 

Bevor Weinkenner Hendrik Thoma uns nach dem Interview verabschiedet, verrät er uns noch, was die WeinTour für ihn ganz persönlich so besonders macht: "Die WeinTour steht für mich für das, was Deutschland repräsentiert, also vor allem für  Vielfalt – und das kann man hier auf der WeinTour erleben. Es sind viele kleine Winzer dabei, aber auch größere Genossenschaften. Man kriegt so ein ganz gutes Gefühl dafür, wie die Deutsche Weinszene tickt. Auf der WeinTour trifft man die Produzenten noch selbst. Das zeigt, dass es eine echte Herzensangelegenheit für sie ist."

 

Und tatsächlich sind auch wir ganz begeistert, mit wie viel Herzblut die Winzer auf der Messe ihre Weine präsentieren. Alle nehmen sich viel Zeit für das persönliche Gespräch und erzählen von der Geschichte ihrer Familienbetriebe, denn nicht selten werden die Weingüter von Generation zu Generation weitergegeben. Da wären zum Beispiel bei Laura und Günter Gindorf vom Weingut Günter Gindorf an der Mosel. Schon im jungen Alter wusste Günter Gindorf ganz genau, was er einmal werden möchte: Winzer. 1999 erfüllte er sich mit dem Kauf einer alten Scheune schließlich seinen persönlichen Kindheitstraum: das eigene Weingut. 19 Jahre später steht mit Tochter Laura, die Weinbau und Oenologie studiert hat, auch schon die nächste Generation in den Startlöchern. Bereits in 14. Generation wird das Weingut Anlag-Nichterlein geführt. 1994 haben Rolf und Jutta Nichterlein das Gut in der Pfalz von den Eltern, Richard und Johanna Anlag, übernommen und begeistern uns mit ihren tollen Weinen und ihrer offenen, herzlichen Art. Das Weingut Sandwiese aus Rheinhessen wird in dritter Generation vom Ehepaar Daniel und Eva-Maria Schäfer geführt. Er, der Winzer-Sohn, der 2010 als Jahrgangsbester die Ausbildung zum Winzermeister in Rheinland Pfalz abschloss, und sie, die Quereinsteigerin, die sich nach einer Ausbildung zur HW-Betriebsleiterin und Steuerfachangestellten um Events, Weinverkauf und Verkostungen kümmert, ergänzen sich perfekt.

 

– Interview mit der Deutschen Weinprinzessin –

 

Auch die zweite, im September frisch gekrönte Deutsche Weinprinzessin dürfen wir heute kennenlernen. Die Winzerin und Weinbaustudentin Inga Storck aus der Pfalz verrät uns im Interview, was das Amt mit sich bringt und was ihre Liebe zum Wein ausmacht:

 

Was gehört zu deinen Aufgaben als Deutsche Weinprinzessin?

Das Aufgabengebiet der Prinzessin ist sehr vielseitig. Zum einen mache ich Weinproben oder darf auch mal Weinseminare halten. Ich bin in Deutschland unterwegs, außerhalb der deutschen Anbaugebiete, und auch auf der ganzen Welt. Nächste Woche fliege ich zum Beispiel nach Vietnam für eine Weinprobe. 

 

Wie vereinbarst du das Amt der Deutschen Weinprinzessin mit deinem Job als Winzerin?

Ich habe eine halbe Stelle und arbeite drei Tage die Woche. Ich habe das Glück, dass ich einen Arbeitgeber habe, der sehr flexibel ist. Manchmal gehe ich nur einen Tag in der Woche arbeiten und dafür in der Woche darauf drei, vier, fünf Tage – je nachdem wie die Termine liegen.

 

Was bedeutet Wein für dich?

Wein bedeutet für mich Networking. Ich glaube, es gibt nichts, was so verbindet wie Wein. Egal ob ich aus einem Haus komme, wo die Geldscheine kein Problem machen, oder Wein daheim nur an Weihnachten auf den Tisch kommt. Die Leute kommen zusammen, trinken ein Gläschen und erzählen miteinander. Wein ist wirklich ein schönes Stöffchen, um miteinander zu kommunizieren.

 

Was macht den deutschen Wein so besonders?

Das Besondere am deutschen Wein ist, dass er so frisch und fruchtig ist im Vergleich zu anderen Gebieten. Wir haben auch ein bisschen mehr Säure mit drin, was zur einer schönen Balance aus Restsüße und Säure führt. 

 

Warum sollte man bei der WeinTour vorbeischauen?

Es macht unheimlich viel Spaß. Es sind sehr viel junge und auch ältere Winzer dabei, die sehr viel Leidenschaft mitbringen. 

 

Braucht man Vorwissen für den Messebesuch?

Um zu der WeinTour zu gehen, braucht man gar kein Vorwissen, man muss einfach nur offen sein für Neues. Man kann zum Winzer gehen und der erklärt ganz genau, wie der Wein gelesen wird, was im Keller passiert. Wenn ich möchte, kann ich hier alles erfahren. Man darf fragen, was immer man möchte, denn Wein ist Kommunikation. Also kommt vorbei, probiert es aus und findet vielleicht den ein oder anderen neuen Lieblingswein!

 

– Die Weingebiete –

 

Dass die insgesamt 13 deutschen Weingebiete – von Rheingau bis Mosel – noch mehr zu bieten haben als tollen Wein, können wir auf der Messe bei den Ständen der Touristikverbände der einzelnen Regionen erfahren, die jede Menge Inspiration für besondere Ausflüge bieten. 

 

Egal ob wir auf der Suche nach Wanderungen in der Natur, Wellness oder kulinarischen Genüssen sind, jedes Gebiet hat nicht nur seine ganz individuellen Wein-Sorten, sondern auch seinen ganz eigenen Charme. So begeistert uns zum Beispiel Baden bei Wanderungen durch den Schwarzwald mit seiner atemberaubenden Natur. Da Baden im Dreiländereck mit Frankreich und der Schweiz liegt, kann es auch mit einer besonders vielfältigen Küche auftrumpfen. Nirgendwo sonst in Deutschland findet man so viele Sternerestaurants wie hier. Aber auch Franken lockt mit besonderen Leckereien. Hier versteht man es, Wein und regionale Köstlichkeiten wie Karpfen oder fränkischen Sauerbraten einfallsreich zu kombinieren. Und auch Kultur-Fans kommen auf ihre Kosten, wie in der Barock- und Festspielstadt Würzburg. Rheinromantik pur lässt sich im recht kleinen Anbaugebiet Mittelrhein erleben und das nicht nur am sagenumwobenen Loreleyfelsen. Zahlreiche mächtige Burgen und alste Schlossruinen folgen hier dicht aufeinander. Also, wir haben schon die Landkarte gezückt und planen unsere Tour durch Deutschlands wunderschöne Winelands.

 

– Unser Fazit –

 

Ja, Wein verbindet!  Das hat unser Besuch auf der WeinTour gezeigt. An nur einem Tag haben wir extrem viel Neues über Wein gelernt und einen guten Überblick über die Besonderheiten der deutschen Anbaugebiete erhalten. Dabei sind wir nicht nur ein bisschen schlauer geworden, sondern haben auch viele spannende Menschen kennengelernt, die alle eine Leidenschaft teilen – die Liebe zum Wein.

 

Für uns steht fest: Wir sind im nächsten Jahr wieder dabei. Der 16. und 17. November 2019 ist schon fest in unserem Terminkalender notiert. Und damit die Wartezeit bis dahin nicht zu lang wird, werden wir vorab ganz sicher noch mal einen Zwischenstop in einer der schönen deutschen Weinregionen zum Wandern, Entspannen – und natürlich Weintrinken einlegen. Also, Cheers, Ladys!

  

 

Wer noch mehr zur WeinTour wissen möchte, bekommt unter weintour.net alle weiteren Infos.