Beauty at Home

Die aktuelle Situation stellt uns vor jede Menge Herausforderung – das gilt auch für unsere Beauty-Routine! Von der schonenden Entfernung herauswachsender Acrylnägeln über die Linderung von akuter Akne bis hin zur Beruhigung von gestresster Haut – die Hamburger Dermatologin Dr. med. Anna Brandenburg verrät hier, was wir jetzt in Sachen Hautpflege beachten sollten. Dazu gibt sie tolle DIY-Tipps und erklärt, wie wir kleinere dermatologische Probleme unkompliziert und selbständig zuhause lösen zu können…

Die Hamburger Hautärztin Dr. Anna Brandenburg verrät, wie wir kleine dermatologische Probleme zuhause lösen können

Acrylnägel entfernen und eigene Nägel kräftigen

„Aus medizinischer Sicht problematisch sind Fingernägel, die länger unter regelmäßig erneuerten Acrylnägeln verkümmern. Die natürliche Keratinschicht dünnt zusehends aus, sie wird durchlässiger und damit anfällig für Pilzbefall. Und der kann extrem hartnäckig und schwer zu behandeln sein!

 

Im Moment könnten Frauen ihren eigenen Nägeln also eine Erholungspause gönnen und sie mit geeigneten Wirkstoffen aufbauen. Dafür müssen zuerst die Acrylnägel runter – das kann jetzt leider nur daheim passieren. Da das nicht ohne Aceton klappt, hat man den entweder schon zur Hand oder bestellt ihn – idealerweise lokal über eine Apotheke oder einen Online-Beauty-Shop, die brauchen gerade mehr Unterstützung als Amazon.

 

Zum Lösen kürzt man Kunstnägel zuerst mit einer groben Nagelfeile auf ca. einen Millimeter vor die Fingerkuppe, ohne dabei schon den Naturnagel zu beschädigen. Dann reduziert man die oberste Schicht der Acrylnägel mit einer feinen Polierfolie, wobei man sanft nur in eine Richtung arbeitet. Die letzte dünne Acrylschicht weicht man mit einem Aceton-getränkten Wattepad auf. Der feuchte Pad muss zirka 20 bis 30 Minuten lang auf den mit Alufolie umwickelten Nägeln bleiben. Hat darunter das Acryl einen gummiartigen Zustand erreicht, schiebt man diese restliche Masse sanft mit einem hölzernen Nagelstäbchen vom Nagel.

 

Die angegriffenen Naturnägel brauchen sofort nach der aggressiven Aceton-Prozedur eine intensive Pflege. Eine Handmaske, zum Beispiel aus Kokosnussöl und in Einmalhandschuhen, lässt die Pflege-Wirkstoffe für mindestens 15 Minuten tief in das poröse Keratin eindringen, das so etwas verschlossen wird. Kokosöl ist ohnehin eine tolle Hautpflege. Es besteht fast zur Hälfte aus Laurinsäure, einer gesättigten Fettsäure, die auf der Haut antibakteriell wirkt, das Keimwachstum hemmt und Entzündungen bekämpft. Vor dem Schlafengehen massiert man in die Nägel noch einmal extra Kokosöl ein und geht dann mit Baumwollhandschuhen schlafen.“

DIY-Masken

„In meiner Praxis wächst vor allem die Nachfrage zur Behandlung flächiger Rötungen und Rosacea. Weil wir diese unruhigen, teilweise entzündlichen Hautzustände im Moment nicht kosmetisch versorgen können, kommen hier meine Tipps zur Selbsthilfe:

Quark, Haferflocken und Heilerde sind bewährte Grundzutaten für Masken, die beruhigend und heilsam auf entzündliche Rötungen wirken. Die Haferflocken mahlt man mit einem Standmixer zu einem ganz feinen Mehl, das sich in einem Glasgefäß auch gut aufbewahren lässt. Für ein sanftes Peeling mit beruhigendem Effekt einfach das Hafermehl mit Wasser oder zum Beispiel Aloe-Vera-Saft sowie nach Wahl mit 1 Esslöffel Heilerde mischen. Weil Haferflocken das entzündungshemmende Spurenelement Zink enthalten, macht ihr Einsatz bei Rosazea sowie Akne besonders Sinn.

 

Wer seiner unproblematischen, vielleicht trockenen und zu Faltenbildung neigenden Haut jetzt Gutes tun will, mischt das Haferflocken-Mehl mit dunklem Kakaopulver, Honig und Sahne zu einer fest streichfähigen Schokomaske. Sie spendet besonders viel Feuchtigkeit. Und mit einem Masken-Mix aus zwei gedünsteten und pürierten Karotten, je einem Esslöffel Honig und Olivenöl sowie als Adstringent ein paar Tropfen Bio-Zitronen-Saft gibt man älterer Haut wertvolle Anti-Aging-Vitamine und erzielt gleichzeitig eine straffende Wirkung.“

Ein Reset für die Kopfhaut

„Wenn die Ausgangsbeschränkungen und Schließungen von Dienstleistungsbetrieben wieder aufgehoben werden, dürften wir alle dringend Termine benötigen. Da jetzt weder professionelles Ansatzfärben oder umfassendes Färben möglich ist, investieren Vorausschauende in eine willkommene Haar- und Kopfhaut-Pflege. Denn eine gesunde und gut durchblutete Kopfhaut juckt und schuppt weniger – braucht also auch weniger medizinische Therapien.

 

Normale Shampoos sind oft reich an schäumenden Tensiden, die bei jeder Wäsche den pH-Wert der Kopfhaut schädigen. Die Kopfhaut wird so dauerhaft gereizt, fettet schneller nach, lässt das Haar schnell waschbedürftig aussehen. Ein Teufelskreis.

 

Da ist die Zeit im Home-Office eine willkommene Möglichkeit zur Regeneration. Man kann diesen Kreislauf schon durch selteneres und anderes Haarewaschen durchbrechen. Mit dem Effekt, dass die Haare nach und nach länger gut aussehen und in einer gesunden Kopfhaut lange ihren Stand behalten. Ein Wechsel des Shampoos ist natürlich auch möglich – für oberflächlichen Schmutz zum Beispiel reicht auch der Einsatz eines selbstgemachten, silikonfreien Conditioners unter der Dusche. Den Conditioner nicht ganz an die Kopfhaut bringen, sondern strähnenweise durchs Haar ziehen und gut ausspülen. Die Kopfhaut bleibt gesund und sagt erholt: Danke.“

Peelings zum Selbermachen

„Nicht nur für jugendliche Akne und bei Problemhaut sind spezielle und regelmäßige Reinigungsprozesse wichtig. Und zum Glück muss man manchmal gar nicht vor die Tür, sondern kann Hautpflegen auch mit Nahrungsmitteln selber herstellen.

Bei Akne sind Enzym-basierte Peelings hautschonender. Schleifende Partikel können die Haut verletzen, Entzündungen breiten sich oft noch stärker aus. Sehr reinigende Enzympeelings lassen sich ganz einfach mit Ananas (oder Papaya, etwas teurer!) selber machen. Dafür schneidet man eine halbe Ananas in Stücke, die mit 100 ml Wasser im Mixer zerkleinert werden. Saft und Masse enthalten das leicht antiseptisch wirkende Bromelain, das sanft Hautschüppchen ablöst, Entzündungsherde nicht reizt und die Poren öffnet.

 

Für die Maske gibt man zur Ananas-Masse 2 Esslöffel Maismehl und 2 Teelöffel Öl hinzu – ideal und hautberuhigend sind Sonnenblumenöl oder falls vorrätig Hanföl. Die gut vermengte Peeling-Masse auftragen, je nach Hautempfinden kurz einwirken lassen und mit viel lauwarmem Wasser wieder abwaschen. Danach gehört eine Pflege auf die Haut, damit sie ihre körpereigene Schutzschicht wieder aufbauen kann. Solche Peelings sollte man maximal einmal pro Woche machen – die Haut freut sich über Zeit zur Regeneration.

 

Für Anti-Aging-Peelings und reifere Haut empfehle ich als Basis für DIY-Masken und –Peelings Quark und Kürbiskernöl, das hat man oft im Haus oder es kann problemlos besorgt werden. Peelende, aufpolsternde und zugleich Feuchtigkeit spendende Anti-Aging-Wirkstoffe aus der Natur wären Avocado und Banane. Als Peeling-Verstärker wirkt Kaffeesatz, der zusätzlich die Durchblutung der obersten Hautschichten anregt. Wird die Masse aus den vorhandenen Lebensmitteln zu flüssig, hilft zusätzlich ein Esslöffel Honig: Honig wirkt antibakteriell und beruhigend, spendet Feuchtigkeit, kräftigt die Haut und funktioniert als natürlicher Zellschutz.“

Unsere Expertin

Dr. med. Anna Brandenburg ist Fachärztin für Dermatologie, Allergologie und Venerologie in Hamburg und bietet in ihrer dermatologischen Privatpraxis ein ganzheitlich orientiertes Angebot. Dazu gehören u. a. eine moderne Hautkrebsvorsorge, eine gynäkologische Sprechstunde für hormonelles Better-Aging sowie das Kosmetikinstitut Pro Skin Solutions.

 

 

Mehr Infos zu Dr. Anna Brandenburg bekommt Ihr unter:

 

dr-anna-brandenburg.de

 

 

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Fotos: PR Dr. Anna Brandenburg, Averie Woodard/Unsplash.com, Ian Dooley/Unsplash.com, Shiny Diamond/pexels.com